Thoughts & Insights

Kurze Geschichten zu den Sparks im OUBEY MINDSPACE – Episode 7: Die Möbiusschleife

Im Jahr 1858 entdeckten zwei Mathematiker unabhängig voneinander etwas Erstaunliches: ein um die eigene Achse gedrehtes Band mit nur einer einzigen Seite und einer einzigen Kante.

Benannt wurde das Band nach dem Leipziger Mathematiker und Astronom August Ferdinand Möbius, dessen Name damit in die Geschichte einging. Seinen Kollegen, den Mathematiker Johann Benedict Listing aus Göttingen findet man heute dagegen nur noch in den Archiven.

Mathematisch betrachtet ist die Möbiusschleife eine „nicht-orientierbare Mannigfaltigkeit“. Es gibt kein Oben und Unten, kein Innen und Außen und weder einen Anfang noh ein Ende. Insofern stellt sie die etablierten Kategorien unserer Wahrnehmung nicht nur auf die Probe, sondern auch in Frage. Sie fordert uns heraus, neue Sichtweisen zuzulassen und zu erkennen, dass Grenzen oft Illusionen sind.

Aufgrund ihrer einzigartigen Gestalt wurde sie zum Symbol für das, was wir Unendlichkeit nennen. Doch was ist oder bedeutet Unendlichkeit? Auch wenn wir diese Frage nicht beantworten können, bietet uns die Möbiusschleife aber doch immerhin die Möglichkeit zu der Erkenntnis, dass es Wirklichkeiten gibt, für die das vermeintliche Naturgesetz, alles müsse einen Anfang und ein Ende haben, nicht gilt.

Wenn es das im Kleinen gibt, weshalb dann nicht auch im Großen?

Diese spannende Frage hat OUBEY immer wieder beschäftigt. Und wenn wir uns darüber austauschten, dann kamen wir früher oder später übereinstimmend zu dem Ergebnis, dass wir die Vorstellung einer Unendlichkeit favorisieren, auch wenn wir sie letztlich nicht verstehen und natürlich schon gar nicht beweisen können.

Seit ihrer Entdeckung hat die Möbiusschleife als stiller Spiegel menschlicher Welterfahrung ihre ureigensten Spuren hinterlassen. In Filmen, Romanen, Gemälden oder wissenschaftlichen Theorien finden sich zahlreiche Bezüge.

Zwei Beispiele, die für OUBEY besonders interessant und bedeutsam waren, möchte ich hier kurz vorstellen:

  • Der belgische Comiczeichner Jean Giraud, den OUBEY sehr verehrte, wählte für sich selbst den Namen Mœbius als Pseudonym. Das war nicht nur ein künstlerisches Statement, sondern für OUBEY auch Ausdruck seiner starken geistige Affinität zur fantastisch-fiktionalen Wirklichkeit des Unerklärlichen, die er mit Giraud teilte. Als Referenz an Jean Giraud alias Mœbius finden sich deshalb in einigen Sparks des OUBEY MINDSPACE farbliche Anspielungen auf dessen wunderbare Comic-Welt.

 

  • Perry Rhodan, die wöchentlich erscheinende Science Fiction Serie, die OUBEY las seit er zwölf war, betitelte den Band 1700 nach dem Erfinder der Unendlichkeitsschleife Möbius. Nachdem OUBEY das Heft gelesen hatte, gab er es an mich weiter, damit ich es auch lese. Das kam hin und wieder vor, wenn eine Geschichte aus seiner Sicht besonders wichtig, interessant oder gut geschrieben war. Der Möbius Roman wurde von seinem damaligen Lieblingsautor, dem viel zu jung verstorbenen Robert Feldhoff geschrieben. Die Story handelt von der Suche nach dem Schlüsselwort zur Lösung des Größten Kosmischen Geheimnisses. Es liegt rund 225 Millionen Lichtjahre entfernt von der Menschheitsgalaxie am Ort der Großen Leere, ist uralt und lautet schlicht und ergreifend MÖBIUS …

 

Und nun taucht die Möbiusschleife für einen kurzen Augenblick auch in einem Spark des Kosmischen Raums im OUBEY MINDSPACE auf, in dem es um das Phänomen der Zeit geht – als Symbol der Unendlichkeit.

 

________________________________________________________________________________

Im OUBEY MINDSPACE gibt es sechs Räume. Jeder von ihnen enthält fünf verschiedene Mind Sparks, die ihrerseits verschiedene Impulse enthalten. Hinter jedem Spark und jedem Impuls steckt eine Geschichte über OUBEY und das, was ihn interessiert und inspiriert hat. Diese Geschichten werden hier von mir erzählt.

An dieser Stelle gilt mein Dank dem Team von Kubikfoto³ für die großartige Gestaltung des OUBEY MINDSPACE, die inzwischen bereits mit drei renommierten internationalen Design-Preisen ausgezeichnet wurde – darunter zuletzt auch der Red Dot Award 2025.

More Projekt

Newsletter