Dass wir als Menschen auf diesem Planeten überhaupt existieren, verdanken wir der Komplexität eines Systems, das wir Kosmos nennen. Galaxien und Sterne sind hochdynamische und komplexe Gebilde, die sich über Jahrmilliarden hinweg entwickeln und verändern – von ihrer Geburt bis zu ihrem Tod. Unser chemisches Periodensystem und die wesentlichen Bausteine unseres Lebens haben in der Auflösung von Komplexität sterbender Sterne ihren Ursprung.
Wir sind umgeben auf diesem Planeten von Komplexität, seit es uns gibt. Wasser, Ozeane, Wellen und Tsunamis. Wind und Wolken, Stürme, Orkane und Hurricanes. Schneeflocken, Eiskristalle und vieles mehr.
Komplexität bringt Leben hervor und zerstört es auch. Die wilden Ausbrüche der natürlichen Komplexität versetzen uns in ihrer Urgewalt immer wieder in Angst und Schrecken. Wir versuchen uns vor ihr zu schützen, indem wir lernen, sie vorherzusagen. Es gibt Lebewesen, die ein herannahendes Erdbeben mit ihren Sensoren bereits wahrnehmen können, bevor es unsere Seismographen tun und erst recht bevor wir es mit unseren Sinnen wahrnehmen können.
Menschen und Organisationen agieren seit einigen Jahrzehnten in einem Feld zunehmender und zunehmend selbst erzeugter Komplexität und Dynamik von Prozessen. Die immer engere Verflechtung und Vernetzung der weltweiten Kommunikation durch die Möglichkeiten des Internets ist ein eindrucksvolles Beispiel hierfür. Der Wunsch nach Sicherheit durch Steuerung und Beherrschung dieser Komplexität ist groß. Komplexität ist aber weder reduzierbar noch ist sie beherrschbar.
Sie ist weder gut noch schlecht. Komplexität ist einfach.
Man kann sie fürchten, man kann versuchen, sie zu beherrschen. Und man kann versuchen, sich in ihr zu bewegen, sie auf diese Weise besser kennen und verstehen zu lernen und bis zu einem gewissen Grad die Wirkungszusammenhänge dynamischer Komplexität zu nutzen, um sich aus dieser Bewegung in der Komplexität heraus weiterzuentwickeln – die Möglichkeit des Scheitern ist hierbei immer inbegriffen.
In Zusammenarbeit mit der Drucker Society Europe zeigt die GLOBAL ENCOUNTER TOUR im November 2013 originale Werke von OUBEY in Wien – darunter auch einige Bilder, die bisher noch nie öffentlich zu sehen waren. Den Rahmen für diese Ausstellung bildet das diesjährige “Global Peter Drucker Forum” zum Thema “Managing Complexity”.
Am Donnerstag, den 14. November ist die Ausstellung von 19:00 bis 22:00 Uhr auch öffentlich zugänglich. An diesem Abend haben also auch Interessierte, Freunde und Partner von OUBEY MINDKISS, die nicht an der Konferenz teilnehmen, die Gelegenheit zu einer unmittelbaren Begegnung ganz anderer ART mit Komplexität – so wie sie von OUBEY in seinen Bildern kraftvoll und unverwechselbar zum Ausdruck gebracht wurde.
OUBEY hat sich mit Komplexität unter wissenschaftlichen, philosophischen und künstlerischen Fragestellungen mehr als zwanzig Jahre lang intensiv beschäftigt und kam, unter anderem auch angeregt durch die Lektüre von Ilya Prigogine´s wegweisenden Arbeiten, schon sehr früh zu dem Schluss, dass es zum Wesen der Komplexität gehört, dass sie nicht beherrschbar ist.
“Das Ziel meiner Kunst besteht gerade nicht darin, die Komplexität der Wirklichkeit auf eine verborgene gesetzmäßige Einfachheit zu reduzieren, sondern die Welt im Zauber ihrer Komplexität und Unkontrollierbarkeit zu belassen.”
Umso mehr freut sich OUBEY MINDKISS über die Zusammenarbeit mit der Drucker Society Europe und deren Entscheidung, das diesjährige “Global Drucker Forum” zum Thema “Managing Complexity” durch OUBEYs Kunst um eine neue und ungewohnte Betrachtungsperspektive zu bereichern. Man kann gespannt darauf sein, wie die Kräfte dieser unterschiedlichen Perspektiven auf das Thema der Komplexität im Laufe des Forums aufeinander einwirken und Wechselwirkungen erzeugen werden – ganz im Sinne eines komplexen und dynamischen Prozesses.
Weitere Informationen zum Thema finden Sie hier, im aktuellen Blogpost und ab Ende Oktober auch hier an dieser Stelle.
Diesen Blogpost möchte ich deshalb gerne nutzen, um einige Spuren aufzuzeigen, denen ich in der Beschäftigung mit dem Thema des Nullfelds bisher begegnet bin. Es sind Spuren, keine Erklärungen oder Interpretationen. Der Raum für weitere Entdeckungen ist groß und offen.
Spur 1
“Sanft durchdringt der Lichtstrahl jene Ebene
Und zäh wie Honig fließt der Quantenstrom.”
Aus OUBEYs Gedicht “Nullfeld” (1979)
Spur 2
“Man erkennt die Unendlichkeit”
Aus der unmittelbaren Begegnung des Walfilmers und Ozeantauchers Daniel Opitz mit OUBEYs Bild “Nullfeld” ohne den Titel des Bildes zu kennen) im Mai 2013 auf Maui/Hawaii
Spur 3
“Ein Nullfeld ist ein geschlossenes modifiziertes Hyperfeld aus dem Spektrum oberhalb der Hypergravitation (…) Die Grundlagen des Nullfelds wurden von den Terranern zusammen mit den Halutern erarbeitet, die schon im 25. Jahrhundert deren Eigenschaften erkannten und nutzten”.
Aus Perrypedia, dem Nachschlagwerk der Perry Rhodan Serie im Internet
In der Perry Rhodan Serie, die OUBEY von frühen Jahren an regelmäßig las, kommen Nullfelder immer wieder vor. So bereits im Band 264, in dem das terranische Raumschiff CREST III am 26 April 2404 durch das Absolute Nullfeld des Planeten Vario um 52.392 Jahre in die Vergangenheit zurück versetzt wird. Mit Hilfe eines Nullzeitdeformators konnte im Band 2400 ein Absolutes Nullfeld erzeugt werden, das ein Objekt umschließen und durch die Zeit reisen lassen kann.
Spur 4
“Was wir uns meist als vollständige Leere vorstellen, wenn der gesamte Raum keine Materie und Energie mehr enthalten würde und man den freien Raum zwischen den Sternen untersuchen würde, das ist, subatomar ausgedrückt, ein Bienenstock voller Aktivität … Wenn man diesen subatomaren Tango (…) auf die unendliche Weite des Universums zusammenrechnet, dann ergibt sich daraus eine enorme Energiemenge, mehr, als alle Materie der gesamten Welt enthält. Diese Energie bezeichnen Physiker als “das Vakuum” oder “Nullpunkt-Feld”, weil ihre Fluktuationen auch dann noch nachweisbar sind, wenn die Temperaturen unter denen am absoluten Nullpunkt (minus 273 Grad) liegen”
Aus Lynn McTaggert, Das Nullpunkt-Feld, 2003, S. 42/43
Spur 5
Folgt man den heutigen, noch weitgehend spekulativen Auslegungen der bisherigen Erkenntnisse aus der Quantenforschung zur Erklärung des Nullfelds oder Nullpunktfelds, dann handelt es sich hier um ein allumfassendes Energiefeld, durch das alles mit allem verbunden ist. Manche sprechen in diesem Zusammenhang auch vom kollektiven Gedächtnis des Universums. Basis für solche Vorstellungen ist die Tatsache, dass zwei zusammenhängende Elementarteilchen, wenn sie voneinander getrennt werden, selbst über weiteste Entfernungen hinweg ohne geringste Zeitverzögerung weiterhin identisch reagieren.
Spur 6
Seit Einstein wissen wir, dass Raum und Zeit nicht absolut sind, sondern relativ. Vieles ist möglich, was wir uns heute nur mit Hilfe unserer Vorstellungskraft „einbilden“ können.
“Die universelle Konstante der Lichtgeschwindigkeit trennt uns Menschen vom physischen Erleben des Universums. Diese Konstante behält uns in einer Art Quarantäne, deren Grenzen wir nur mit Hilfe der Phantasie überwinden können.”
OUBEY in einem Gespräch 1992
In dieser Quarantäne befinden wir uns solange wir an das Leben auf dieser Erde gebunden sind. Deshalb bleiben unsere Vorstellungen vom Nullfeld vorerst einmal spekulativ. Möglicherweise ist es der Tod, der uns eines Tages aus dieser Quarantäne befreit und uns das erleben lässt, was wir Lebende heute als Nullfeld bezeichnen. Das wäre so etwas wie die Auflösung eines Paradoxons.
Im Dezember 2009 reiste Dagmar Woyde-Koehler zum ersten Mal mit einem von OUBEYs Bildern zu einem Encounter. Seither haben mehr als fünfundzwanzig Encounters stattgefunden – in Deutschland, Europa, Neuseeland und den USA. Fünfzehn dieser filmisch dokumentierten Begegnungen sind mittlerweile online auf oubey.com/journey.
Die jüngsten Begegnungen mit einem der weltbesten Giant Wave Surfer Robby Seeger, sowie dem Walfilmer und Ozeantaucher Daniel Opitz auf der hawaiianischen Insel Maui liegen erst wenige Wochen zurück.
„Das Wichtigste sind für mich die Begegnungen selbst“ sagt Dagmar Woyde-Koehler. „Unmittelbar dabei sein zu können, wenn Menschen, die OUBEY durch ihr Denken und Forschen, ihre Leidenschaft und ihre Verbundenheit mit dem Großen Ganzen im Geiste so nahe sind, einem seiner Bilder begegnen, ist jedes mal wieder ein sehr intensives und eindrucksvolles Erlebnis. Durch die Möglichkeit des (Mit)Teilens dieser Erlebnisse als Filme im Internet gewinnen die Encounters darüber hinaus aber auch zunehmend eine Schlüsselbedeutung für das gesamte MINDKISS Projekt. OUBEYs Kunst hat durch den vollkommen neuen kommunikativen Ansatz der Encounters einen Resonanzraum gefunden, der nicht nur einzigartig ist, sondern auch kontinuierlich wächst. Trotz des Aufwands, der mit diesem „Journey Projekt“ verbunden ist, möchte ich es deshalb auf jeden Fall fortführen und weiterentwickeln.“
Was im Hintergrund, im Vorlauf und in der Nacharbeit zu den Encounters geschieht, zeigt der FilmOUBEY Encounters – The Journey, der für den Stopover der Global Encounters Tour in Berlin produziert wurde, und seit heute nun auch als englische Version verfügbar ist.
Tatsächlich arbeitet unser Gehirn im Traum ununterbrochen weiter, wenn wir schlafen. Es stellt unglaubliche Verknüpfungen her zwischen allem, was wir an Wissen und Erfahrungen dort gespeichert haben. Es verknüpft Vergangenes, auch weit vor unserer Existenz Geschehenes aus dem kollektiven Gedächtnis mit unserer allerfrischsten persönlich erlebten Gegenwart ebenso mühelos wie es aus diesen Verknüpfungen heraus Konstruktionen zukünftiger Wirklichkeiten erschafft, die uns so real vorkommen (im Traum) als seien sie nicht nur möglich, sondern wirklich existent. Und diese Konstruktionen wiederum verwebt es mit allem anderen, was wir träumen.
Ist der Traum eine Variante der Wirklichkeit? Ist die Wirklichkeit eine Variante des Traums? Diese Frage ist nicht neu. Sie wird in vielen Romanen und Gedichten, in der Science Fiction Literatur und in Filmen behandelt wie z.B. in dem großartigen Film “Inception” (“the dream is real”).
In der Begegnung mit bestimmter Musik und bestimmter Malerei gibt es für den Hörenden und Sehenden die Möglichkeit, sich im wachen oder zumindest halbwachen Zustand zwischen diesen Ebenen der Wirklichkeit geradezu schwerelos hin- und her zu bewegen – ganz ähnlich wie im Traum. In diesen “Zwischenräumen zwischen dem Wirklichen und dem Möglichen”, die Stuart Kauffman in seiner Begegnung mit einem von OUBEYs Bildern erkannte und so benannte, eröffnet sich ein besonderer Raum der Freiheit.
Kunst kann uns faszinieren, uns in ihren Bann ziehen und kann uns dabei zugleich die Freiheit einer dritten Ebene des Denkens schenken. Mehr noch vielleicht als unsere Träume während des Schlafens öffnet sie für uns im Zustand des Wachseins einen Raum für die Kehrseite des Denkens, den wir ohne sie niemals betreten könnten. Vielleicht war dies ein Grund dafür, dass kürzlich in Berlin ein Besucher, vor einem von OUBEYs Bildern stehend, meinte, dieses Bild erinnere ihn an etwas noch nie Gesehenes – eine Aussage, die mich noch immer sehr beschäftigt. In vielen der bisher noch unveröffentlichten Zeichnungen von OUBEY eröffnet sich die Kehrseite seines Denkens, die auch in seinen Gemälden Ausdruck findet, noch einmal ganz neu. Wenn die Global Encounters Tour zu Ende ist, werden wir uns über die Veröffentlichung dieses bisher unentdeckten Teils seines Werks Gedanken machen.
Die Diskussion wurde aufgezeichnet und ist für Interessierte hier zu sehen: [Teil 1], [Teil 2].

Vielleicht waren meine Erwartungen an diese Veranstaltung vor dem Hintergrund meiner “MINDKISS”-Erfahrungen im Encounters-Projekt etwas zu hoch gesteckt. Jedenfalls ging es hier meinem Verständnis nach weniger um den Geist in der Kunst als viel mehr um die dokumentierbaren Reaktionen auf Kunst im menschlichen Gehirn, bis hin zur MRI-gestützten Messung von Reaktionen auf Fotografien verschiedener Kunstwerke in den unterschiedlichen Hirnregionen der Probanden, oder um die psychologische Deutung solcher Reaktionen. “Mind” und “Brain” repräsentieren allerdings zwei sehr unterschiedliche Ebenen menschlicher Wahrnehmung
Im Grunde ging es eher darum, herauszufinden, wie Menschen auf die malerische Darstellung von Menschen in unterschiedlichen situativen Kontexten reagieren Denn in diesen Versuchen wurden ausnahmslos bekannte Gemälde aus Epochen zwischen dem 15. und 19. Jahrhundert gezeigt, auf denen Menschen in verschiedenen, jeweils eindeutigen Gefühlssituationen zu sehen waren. Diese Art des Versuchs einer objektivierten Darstellung subjektiver Reaktionen auf Kunst mag in einem gewissen Rahmen durchaus interessant sein. Sie erscheint mir aber nicht wirklich erhellend zu sein für das Gewinnen neuer Erkenntnisse über die geistige Verbindung zwischen menschlichem Geist und Malerei, zumal bei diesen Untersuchungen zumeist Fotografien von Gemälden verwendet wurden, denen die besondere Ausstrahlung des Originalwerks fehlt.
In den Encounters mit der Kunst von OUBEY erleben wir die ausdrücklich gewünschte Subjektivität der Wahrnehmung in der unmittelbaren Begegnung mit einem bis dahin unbekannten originalen Werk. Und dieses Werk zeigt kein konkretes menschliches “Motiv” in eindeutiger Gefühlssituation, sondern eher eine Momentaufnahme aus dem Prozess der geistigen Auseinandersetzung mit elementaren Fragen des Seins. Dieses Encounters Projekt verzichtet bewusst auf jede Art der Auswertung, Einordnung oder Interpretation der filmisch dokumentierten Begegnungen. Das Prinzip heißt “Erlebe das, was OUBEY einen MINDKISS nannte”. Lass es geschehen. Lass Dich darauf ein. Lass Dir dafür Zeit so viel Du willst.
Ohne die im Rahmen des Panels präsentierten Ergebnisse in ihrem wissenschaftlichen Wert schmälern zu wollen, war ich erleichtert, als der Psychologe David Freedberg die Diskussion nach eineinhalb Stunden mit der Feststellung beendete, am Ende werde es glücklicherweise wohl ein Geheimnis bleiben, wie und warum Menschen auf Kunst so reagieren wie sie es tun.
Eine junge, elfjährige Besucherin fand beim Anblick dieses Bildes von OUBEY in Berlin, dass es „die Suche nach den verlorenen Erinnerungen“ visualisiert. Was für eine Assoziation!
Ein anderer meinte, dass viele von OUBEYs Bildern ihn an etwas erinnern, das er noch nie gesehen hat. Er habe nun wirklich erlebt, was MINDKISS eigentlich bedeutet.
In der Begegnung mit OUBEYs Kunst gibt es kein richtig und kein falsch. Es gibt nur das subjektive, authentische Erlebnis der Begegnung und es geht immer und vor allem um die Freiheit des Entdeckens.
Jeder hat seine eigenen Gedanken und Gefühle, findet seinen eigenen ganz persönlichen Zugang. Zu manchen Bildern entwickelt sich beim Betrachten eine Art von geistigem Magnetismus, der in ein nicht erklärbares Verstehen mündet. Andere haben zwar eine ebenso starke Anziehungskraft, bleiben aber so rätselhaft, dass von Verstehen keine Rede sein kann. Eher vielleicht von Wiedererkennungen und Spiegelung.
Womöglich gibt es so etwas wie ein kollektives Gedächtnis des Universums, das – ganz im Unterschied zum individuellen menschlichen Gedächtnis – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in sich vereint. Unser Gedächtnis kann das nicht, weil wir in dieser Quarantäne leben, die uns die Lichtgeschwindigkeit auferlegt. Diese Beschränkung gibt es in den Weiten des Alls nach heutigem Stand der astrophysikalischen Erkenntnisse definitiv nicht.
Vielleicht steckt in OUBEYs Bildern ein Ahnungsfunke, der diese grundsätzlich mögliche und denkbare Überschreitung aller Zeitgrenzen ausstrahlt? In seinem Geist steckte dieser Ahnungsfunke allemal. Sollte es ihm gelungen sein, diesen Funken in seinen Bildern einzufangen und sichtbar zu machen, wäre es wohl eine Überlegung wert, eins seiner Bilder in den nächsten Jahren oder Jahrzehnten einmal hinauszuschicken in eine Flugbahn, die weit über unsere Galaxis hinausgeht. Ich wäre auf jeden Fall bereit, hierfür eines seiner Bilder freizugeben.
Wer sich für die Begegnung von Prof. Lawrence Krauss, einem der bekanntesten und renommiertesten Astrophysiker unserer Zeit, mit diesem Bild der „Suche nach den verlorenen Erinnerungen“ interessiert – hier ist der Link.
Dick Fosbury war der erste Hochspringer, der nach schnellem, bogenförmigen Anlauf bei den letzten Schritten kurz vorm Absprung seinen Rumpf drehte und aus dieser Haltung heraus dann mit dem Rücken zur Latte zum Sprung ansetzte. Noch eine Stunde vor seinem Sprung zur olympischen Goldmedaille wurde er von seinen Konkurrenten 1968 in Mexico City mitleidig belächelt.
Nachdem er mit seiner „verrückten“, eigenwilligen, von ihm ganz allein entwickelten Technik als einziger Hochspringer in diesem Wettkampf die Höhe von 2,24 Metern übersprungen und olympisches Gold gewonnen hatte, wich das Mitleid der Konkurrenten einem großem Staunen. Und das Stadion war restlos begeistert.
Wenn ich seinen Vortrag richtig verstanden habe, wollte Peter Kruse mit diesem Beispiel zeigen, dass Autonomie das Finden neuer Wege und Möglichkeiten fördert, denn sie befreit von den etablierten Wahrnehmungs- und Denkmustern. Autonomie ist ein Wesensmerkmal des neugierigen Grenzgängertums und somit eine Voraussetzung für das erfolgreiche Überschreiten von Grenzen.
OUBEY war – in den ihm eigenen Denk- und Handlungsfeldern – ein ebenso autonomer wie neugieriger Grenzgänger. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Prof. Kruse stellte dies bereits vor mehr als drei Jahren seinem Encounter mit einem von OUBEYs Bildern fest. Neu ist seit Kruses Vortrag in Berlin das Erkennen der Ähnlichkeit in der Vorgehensweise zwischen Dick Fosbury und OUBEY, auch wenn die beiden vollkommen unterschiedlichen Professionen dienten und in vollkommen unterschiedlichen Kontexten agierten.
OUBEY wollte, im Unterschied zu Fosbury, selbstverständlich keine Weltrekorde aufstellen und kein olympisches Gold gewinnen. Aber beiden ist gemeinsam, dass sie nicht bereit waren, sich den Maßgaben einer etablierten Vorstellung zu unterwerfen, die festlegt „wie man zu springen hat“. Beide entwickelten eine eigenwillige Haltung, frei von den Regeln und Mechanismen des etablierten Betriebs – hier der Sportbetrieb, da der Kunstbetrieb. Auch OUBEY sprang, wenn man so will, mit dem Rücken zur Latte – allerdings nicht für alle sichtbar und meßbar in den Stadien, sondern für niemanden sichtbar und messbar außer ihm selbst in seinem Atelier. Die Qualität seiner geistigen und künstlerischen Sprungkraft wird erst heute, posthum und in kleinen Schritten, für die Außenwelt erkennbar.
“Das ist ein Meilenstein für OUBEY MINDKISS” meinte Dagmar Woyde-Koehler, Initiatorin des OUBEY MINDKISS Projekts und Regisseurin der “Global Encounters Tour”. “Mit diesem Konzept haben wir einen vollkommen neuen und bisher einzigartigen Weg gefunden, Kunst unter die Menschen zu bringen und die Lust am Entdecken, die in OUBEYs Bildern steckt, in der ganzen Welt zu verbreiten. Die ersten beiden Stationen in San Francisco und Berlin zeigen, dass dies ein guter Weg ist und dass er uns zu Zielen führen wird, die wir jetzt noch gar nicht kennen. Das ist enorm spannend”.
Im prall gefüllten Kinosaal des Direktorenhauses begrüßte sie Prof. Dr. Peter Kruse als Special Guest und Key Note Speaker des Abends sowie denjenigen Teil der Gäste, die dort noch rechtzeitig einen Stehplatz gefunden hatten.
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“Angesichts wachsender Komplexität und Dynamik sind die traditionellen Muster der Entscheidungsfindung bei den Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft erkennbar an ihre Grenzen gekommen” meinte Prof. Dr. Peter Kruse in seinem ebenso hochklassigen wie unterhaltsamen Eröffnungsvortrag. “Was wir brauchen, sind neugierige Grenzgänger wie OUBEY, die mit dynamischer Komplexität gestalterisch umgehen können”.
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Sein Vortrag traf exakt den Nerv unsere Zeit. Er wurde von den Besuchern im Saal mit großer Aufmerksamkeit und gespanntem Zuhören verfolgt und sorgte für anhaltenden Gesprächsstoff im weiteren Verlauf des Abends.
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“OUBEY offenbart einen Einblick in die Seele eines Grenzgängers” schrieb der renommierte Berliner Tagesspiegel in seiner Kritik am 23. März und griff mit dieser Feststellung den Eröffnungsvortrag von Prof. Kruse nochmals auf. Den kompletten Artikel kann man hier lesen.
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Die acht Originalwerke, die in Berlin gezeigt wurden, waren umrahmt von Screens und Kopfhörern, auf denen die zugehörigen Encounter Videos zu sehen und hören waren. Dagmar Woyde-Koehler hat sie in den letzten drei Jahren auf ihren Reisen mit OUBEYs Bildern auf der ganzen Welt filmisch festgehalten und ins Netz gestellt.
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“Die Begegnungen zeigen, dass der Betrachter kein Kunstexperte sein muss, um von OUBEYs Bildern erfasst zu werden. Etwas Uraltes scheint in ihnen zu stecken, das jeden berührt”, schrieb der Berliner Tagesspiegel weiter in seinem Kommentar.
Wie diese Begegnungen zustande kommen und welche logistischen Prozesse dahinter stehen bis ein Encounter Video online gehen kann, zeigt ein kurzer Dokumentarfilm, der in Berlin seine Premiere hatte: “OUBEY Encounters – The Journey”. Seit heute kann man ihn hier auch im Netz anschauen.
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Auch in Berlin gab es für Besucher die Gelegenheit, einem bislang unbekannten Bild von OUBEY zu begegnen, um es nach der Enthüllung in einem separaten Raum bei laufender Kamera selbst zu entdecken. Von dieser Möglichkeit wurde sehr rege Gebrauch gemacht, unter anderem auch von den SchülerInnen zweier Schulklassen, die die Ausstellung besuchten. Die Videos von diesen“Open Encounters” werden ab 2014 zu sehen sein.
Für einen Open Encounter mit dem Regierenden Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit war die Zeit leider zu knapp. Sein spontaner Kurzbesuch in der Ausstellung hat uns aber dennoch sehr gefreut.
Waren auch Sie in Berlin dabei? Dann würden wir uns über eine persönliche Resonanz von Ihnen sehr freuen. Schreiben Sie uns einfach eine e-mail. Als Danke Schön senden wir Ihnen auf Wunsch dann gerne kostenfrei das 5er Postkarten Set zum OUBEY MINDKISS Buch zu.
Opening: March 21 at 7 pm
Open on March 22-23 from 11:30 am until 8:30 pm
Click here to view the brand new trailer. For more information click here.
am 22. März und 23. März 2013 im Direktorenhaus, Am Krögel 2, Berlin-Mitte. Eröffnung ist am 21. März um 19:00 Uhr.
Im Zentrum der GLOBAL ENCOUNTERS TOUR stehen ungewöhnliche „Begegnungen“ zwischen Menschen und der Kunst des Malers OUBEY. Diese werden gefilmt und in Form von Kurzfilmenpräsentiert. Etliche dieser Begegnungen haben im Laufe der letzten Jahre in allen Teilen der Welt stattgefunden. Eine Auswahl wird in Berlin gezeigt.
Hier können Sie sich den brandneuen Trailer zur Tour anschauen.
Bei dieser „Ausstellung“ hängen nicht nur Bilder an der Wand. Zu jedem Bild wird zusätzlich ein ENCOUNTER-Kurzfilm gezeigt. Als besondere Attraktion können die Berliner Besucher in einem persönlichen ENCOUNTER mit einem der Bilder OUBEYs dessen Kunst selbst für sich entdecken. Zusätzlich ist ein Querschnitt durch die bisherigen ENCOUNTERS zu sehen, die an vielen Orten der Welt mit Wissenschaftlern, Künstlern oder auch Kindern gedreht wurden, darunter z.B. die ENCOUNTERS mit Seth Shostak vom SETI Institut zur Erforschung Extraterrestrischer Intelligenz in Mountain View, Prof. Stuart Kauffman, einem der Mitbegründer des legendären Santa Fe Instituts, Astronomin Dr. Cecilia Scorza vom Max Planck Institut in Heidelberg und Prof. Peter Kruse, der beim Opening am 21. März selbst anwesend sein wird.
Wir freuen uns auf Ihr Kommen! Das OUBEY MINDKISS Team.
Der Name dieses Bildes verweist nicht nur auf Albert Einstein und seine unerfüllt gebliebene Ambition einer großen integrierten Theorie des Universums, in der Relativitätstheorie und Quantentheorie miteinander vereinigt sind. Er verweist auch auf den 1984 viel zu jung verstorbenen Exposé Autor der Perry Rhodan Serie William Voltz, dessen letzter Roman als Band 1165 unter dem Titel “Einsteins Tränen” erschien.
Leider sind OUBEY und William Voltz sich nie persönlich begegnet. Zu einer posthumen Begegnung zwischen dem heutigen Perry Rhodan Exposé Autor Uwe Anton und einem von OUBEYs Bildern kam es aber im Jahr 2010. Das Video von dieser Begegnung kann man hieranschauen.
Seit einigen Jahren tun sie das nun auch wirklich. Zunächst waren es einzelne Bilder, die exklusiv zu bestimmten Personen reisten – von Bremen bis Wien, von Boston bis Santa Fe.
Zu den “Gastgebern” gehören herausragende Wissenschaftler unterschiedlichster Disziplinen, aber zum Beispiel auch ein Musiker, eine Sängerin, ein Science Fiction Autor und eine Gruppe von Kindern. Die Begegnungen zwischen den Bildern und diesen Personen wurden dokumentiert und stehen als Kurzfilme online auf YouTube und auf OUBEYs Website.
Die exklusiven einzelnen “Encounters” gibt es nach wie vor. Darüber hinaus gibt es nun aber auch die “Global Encounters Tour”, bei der eine größere Zahl an Originalwerken gemeinsam mit den zugehörigen Encounter Videos aus nächster Nähe zu sehen sind.
Die Tour begann letztes Jahr im Oktober in San Francisco mit einem Symposium unter dem Titel “VISIONS: Through Art to Science” und wird in den kommenden Jahren einmal um den Globus reisen. Vom 21.-.23. März wird sie in Berlin gastieren. “The Joy of Insight” ist der Titel, angelehnt an OUBEYs Aussage “Meine Kunst spiegelt einfach die Freude an der Erkenntnis. Sie ist im Prinzip eine Ode daran, ein Gedicht.”
Im Rahmen der Tour können Besucher, wenn sie Lust dazu haben und neugierig sind, auch selbst einen Encounter mit OUBEY erleben, allein oder gemeinsam mit anderen – eine ganz neue Variante der individuellen Encounters. In einem Raum der Ausstellung wird ein verhülltes Bild stehen, das nur darauf wartet, besucht und “entdeckt” zu werden, vor laufender Kamera versteht sich.
Mehr Informationen über das Programm in Berlin gibt es demnächst hier. Ich wünsche allen, die OUBEY in BERLIN begegnen werden, ein großes Vergnügen beim Eintauchen in die Welt seiner Bilder.
“The Joy of Insight – OUBEY in Berlin” +++ Direktorenhaus, Am Krögel 2, Berlin-Mitte +++ 21.-23. März +++ Opening am 21. März um 19:00 Uhr +++ Geöffnet am 22. und 23. März von 11:00 Uhr bis 20:30 Uhr.
Am 22. und 23. März sind Originalwerke von OUBEY zusammen mit den Encounter Videos im Berliner Direktorenhaus zu sehen. Darunter auch das Bild aus dem Encounter mit Prof. Peter Kruse.
Das Opening ist am 21. März um 19.00 Uhr und Prof. Kruse wird als special guest persönlich anwesend sein.
Weitere Infos zum Programm gibt es Ende Februar.
Mit dem Ackerbau kam nicht nur die Sesshaftigkeit, sondern vor allem auch das „Ackerbaubewusstsein“ des Homo Sapiens von einer gestaltbaren, planbaren Zukunft ins Spiel.
Der wiederkehrende Prozess von Aussaat, Ernte und Verkauf bzw. Vorratshaltung von Nahrungsmitteln veränderte das Denken und brachte Kulturtechniken, Klassen- und (Stadt)staatenbildung, Königtum, Methoden der Organisation und sozialen Kontrolle hervor, und allem voran die Ausdifferenzierung der Sprache bis hin zur Entstehung erster Schriftzeichen. Das dürfte wohl einer der radikalsten Bewußtseinstransformationsprozesse in der Geschichte unserer Art gewesen sein, wenn nicht der radikalste überhaupt. Er ließ die moderne Welt entstehen.
Zeit und Geld wurden zu wesentlichen Faktoren von Macht und damit zu wichtigen Einflussfaktoren menschlichen Handelns. Auch die Sehnsucht nach Unsterblichkeit, um deren Entstehen es im letzten Blogpost ging, findet nun ihren Zielpunkt mehr und mehr in der materiellen Welt der Macht: in der Anhäufung von Goldbarren und der Aufhäufung von Steinen zu Palästen, Monumenten und Grabstätten. Der Macht- und Totenkult der ägyptischen Pharaonenzeit mit seinen gigantischen Pyramiden ist hierfür ein eindrucksvolles Beispiel.
Auch wenn wir uns seither natürlich in unterschiedlichsten Hinsichten sehr weiterentwickelt haben, sind wir über das Bewußtseinsstadium, das damals begann, bis heute nicht wirklich hinausgekommen. Wir streben heute wie damals danach, Zeit und Geld zu gewinnen und damit verbunden auch zugleich Macht und Einfluss. Und wir haben – zumindest in der Gesamtheit als Gattung – unsere Sterblichkeit noch immer nicht wirklich als das akzeptiert, was sie in Wahrheit ist: die wesentliche Bedingung dafür, dass wir überhaupt leben. Unser Bewusstsein ist mehrheitlich immer noch das von Individuen, die sich von der übrigen Natur als etwas Getrenntes erleben und nicht als integrierten Teil eines großen kosmischen Systems. Wir befinden uns heute bestenfalls in der „Halbzeit der Evolution“ unseres Bewußtseinspotenzials als Menschen.
Aber möglicherweise haben wir heute, zehn- bis fünfzehntausend Jahre später – was evolutionsgeschichtlich betrachtet nicht mal ein halber Wimpernschlag ist – nun an der Schwelle zu einer Zeitenwende die Chance einer nächsten Bewußtseinstransformation. Unser Wissen über den Kosmos, in dem wir auf unserem Planeten Erde als Teil unseres Sonnensystem nur eine winzig kleine Facette eines viel größeren Systems darstellen, unser Wissen über mögliche zukünftige Entwicklungen auf unserem Planeten und die Konsequenzen unseres heutigen Handelns in der Zukunft ist in den letzten Jahrzehnten rasant gewachsen.
Unsere Fähigkeit, uns die damit verbundenen konkreten Szenarien so klar vorzustellen, dass wir unser Handeln dementsprechend schnell und drastisch verändern würden, bleibt dahinter bisher aber noch deutlich zurück. Die faktischen und vorhersehbaren Folgen unseres Handelns haben jedoch mittlerweile eine Dimension erreicht, die unsere eigene zukünftige Existenz bedroht erscheinen lässt. Unsere Fähigkeit, dies zu erkennen birgt in sich das Potenzial eines Zukunftsschocks der neuzeitlichen Art und könnte deshalb vielleicht eine nächste Transformation unseres Bewußtseins bewirken, die der Entwicklung des „Ackerbaubewußtseins“ vor zwölftausend Jahren in nichts nachsteht.
Überschrift und Wortzitate in diesem Blogpost stammen aus Ken Wilbers Buch „Halbzeit der Evolution“.