Ein Meisterwerk

Jemand erzählte mir in jungen Jahren von einem japanischen Film, der die Endzeit des Rittertums eindrücklicher und spannender erlebbar mache als alles andere, was er darüber je gelesen oder gesehen hatte. Der Film hieß „Die Sieben Samurai“, der Regisseur Akira Kurosawa. 

Als ich den Film dann zum ersten Mal sah, war ich beeindruckt von der Geschichte und von der Art und Weise wie sie filmisch erzählt wurde: spannend, dynamisch, dramatisch – und zugleich voller Menschlichkeit. Der Film zeigt die Kluft zwischen den Ständen, die inneren Widersprüche der handelnden Personen, ihre Schwächen und ihren Mut im Kampf ums Überleben.

Damals hatte ich mich schon ein wenig mit deutscher Filmkunst in der Stummfilmzeit und auch mit Regisseuren wie Rainer Werner Fassbinder und Wim Wenders und ihren Filmen beschäftigt, die für mich so etwas wie die Auferstehung der Filmkunst in Deutschland nach 1933 repräsentierten. Akira Kurosawa war mir bis dahin jedoch kein Begriff gewesen.

Bald darauf lernte ich OUBEY kennen. Schon in einem unserer ersten langen Tag- und Nachtgespräche kamen wir auf Filmkunst zu sprechen. Er schwärmte von Stanley Kubrick´s „2001 – A Space Odyssey“ und „Barry Lyndon“, von Ridley Scott´s „Alien“ und „Blade Runner“ und von Steven Spielberg´s „E.T.“ und  „Begegnung der Dritten Art“. Keinen dieser Filme hatte ich bis dahin gesehen.

Ich erzählte meinerseits von Fritz Lang´s „Metropolis“, Fassbinders dreizehnteiligem „Berlin Alexanderplatz“, Wenders´ „Im Lauf der Zeit“ und auch von Kurosawa´s  „Sieben Samurai“ – Filme, die er wiederum bis dahin nicht kannte.

Von da an verbrachten wir einen beachtlichen Teil unserer Lebenszeit gemeinsam beim Anschauen von Filmen – möglichst im Kino, ansonsten per Video oder später DVD zuhause.

Als wir zum ersten Mal gemeinsam „Die Sieben Samurai“ sahen, sprachen wir zunächst über die historische und menschliche Dimension der Geschichte. Dann erklärte mir OUBEY, wie meisterhaft Kurosawa Regie, Kamera, Schauspiel, Schnitt, Sound Musik  und visuellen Rhythmus zu einem einzigen organischen Ganzen von herausragender Qualität verband.

Ich selbst erlebte vor allem die unmittelbare Wirkung des Films. OUBEY verstand darüber hinaus, wie diese Wirkung dank Kurosawas meisterlicher Regie zustande kam. Wer Kurosawa´s Handwerkskunst des Filmens gerne näher kennenlernen möchte, kann sich das Video „The Directing Genius of Akira Kurosawa Explained“ anschauen, in dem anhand von konkreten Beispielen das gezeigt wird, was OUBEY mir damals erklärte.

OUBEYs außergewöhnliche Fähigkeit, mit nahezu chirurgischer Präzision aus dem Stand heraus Analysen selbst zu komplexesten Angelegenheiten entwickeln zu können, hat mich immer und immer wieder verblüfft und beeindruckt.

Eins von OUBEYs Bildern trägt den Titel „Samurai“. Der Titel erinnert nicht nur an die Kultur der adeligen japanischen Kampfkünstler, sondern ist vor allem eine Referenz für Akira Kurosawa. Eine fiktive Szene aus „Die Sieben Samurai“ erscheint deshalb auch im Mind Spark über Filmkunst des OUBEY MINDSPACE – zu finden im „Matrix Raum„.

Bis heute gilt Kurosawa vielen Regisseuren als überragender Meister. Von George Lucas über Francis Ford Coppola bis zu Martin Scorsese und Steven Spielberg  reicht die Reihe der Filmschaffenden, die ihn als „Maestro“ verehren: Where to start with Kurosawa.

Als Kurosawa in späteren Jahren Schwierigkeiten hatte, Produzenten für seine Filme zu finden, halfen ihm Lucas, Coppola und Spielberg mit ihren Kontakten zu den Studios in Hollywood und investierten auch selbst als Produzenten in seine Filmprojekte.

Ein solcher Zusammenhalt bestärkte OUBEY in seiner Überzeugung, dass es eine geistige Verbundenheit zwischen Menschen durch die Kunst gibt. Dass aus gemeinsamer Leidenschaft Freundschaft entstehen kann. Und manchmal sogar eine Gemeinschaft von Könnern, die die Freiheit der Kunst gegen die Zwänge des profitorientierten kommerziellen Denkens verteifigt.

 

Ein Meister

Im Frühling 1990 waren OUBEY und ich zum ersten Mal nach dem Mauerfall gemeinsam in Berlin und der damaligen DDR unterwegs. Es war eine Zeit, in der hier Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auf unbeschreibliche Weise parallel existierten.

Damals kaufte OUBEY in Ostberlin eine gerade erschienene „Lizenzausgabe für die Deutsche Demokratische Republik“ des Buchs: Akira Kurosawa – So etwas wie eine Autobiographie“. Heute ist diese Ausgabe des Buches eine Rarität.

Vor einigen Jahren habe ich es beim Umzug wiederentdeckt und erst vor kurzem selbst gelesen. Ich kann mich nicht erinnern, je eine Autobiographie gelesen zu haben, die so uneitel, klar und schlicht geschrieben ist und zugleich so eindrucksvoll und nahegehend von dem erzählt, was der Autor erlebt hat. Kurosawa, der sich einst als Drehbuchautor sein erstes Geld verdiente und die Drehbücher all seiner Filme selbst schrieb, beherrscht die Kunst des Erzählens. Sein Buch lebt von derselben kompromisslosen Klarheit, die sich, gepaart mit tiefer Humanität, auch in seinen Filmen findet.

Er erzählt von seiner familiären und schulischen Kindheit und Jugend im autoritär geführten Japan der Jahre 1910 bis 1930 – als Sohn eines strengen Vaters und Nachkomme der Samurai. Dieser konservative Vater glaubte an die erzieherische Kraft des Films und hielt seine Söhne zum regelmäßigen Kinobesuch an. Vor allem deutsche, französische und amerikanische Filme prägten den jungen Kurosawa.

In einer ausgiebigen Fußnote zählt er beinahe hundert Filme auf, die er zwischen seinem neunten und neunzehnten Lebensjahr (1919 – 1929) gesehen hat und die ihn besonders beeindruckten – darunter Charlie Chaplin´s „The Kid (1921)“, Fritz Lang´s „Metropolis“ (1926),  und Luis Bunuel´s „Ein Andalusischer Hund (1929)“. Heute sind diese Werke Klassiker. Damals waren sie Avantgarde.

Er sah diese Filme als ganz junger Mensch, als sie gerade erstmals in die Kinos kamen. Welche Wirkung das haben kann, kenne ich aus eigener Erfahrung, denn meine ersten Kinoerlebnisse im Alter von sieben und acht Jahren sind mir bis heute im Gedächtnis. Für Kurosawa verband sich die Frühgeschichte des Films mit seiner eigenen Geschichte als Regisseur.

Der letzte Satz seiner Autobiographie lautet: „Nichts sagt so viel über einen schöpferischen Menschen wie sein Werk.“

Dieser Aussage stimme ich uneingeschränkt zu. Deshalb habe ich über zwanzig Jahre lang vor allem OUBEYs künstlerisches Werk sprechen lassen. Und doch zeigt Kurosawa mit seiner Autobiographie, dass es eine unbedingt erzählenswerte Geschichte des schöpferischen Menschen gibt, die mit dessen Werk untrennbar verbunden ist.

Kurosawas Buch ist weit mehr als eine Erinnerungsschrift. Es ist ein eigenes Werk. Man erfährt darin viel über das Japan der 20er-40er Jahre des letzten Jahrhunderts. Über Schule, Erziehung und Militär. Über das Filmemachen unter schwierigsten Umständen und die Bedeutung wahrhaft guter Freunde und Lehrer. Vor allem aber lernt man den Menschen und Regisseur Akira Kurosawa und auch viele seiner Filme auf eine neue, sehr persönliche Art kennen.

Gut, dass OUBEY damals dieses Buch kaufte. Gut, dass ich es Jahre später wiedergefunden und nun gelesen habe. Als ich mich dafür entschied, Kurosawa und die „„Sieben Samurai“ im Spark des OUBEY MINDSPACE über Filmkunst zu würdigen, kannte ich es noch nicht. Heute bin ich Akira Kurosawa nicht mehr nur für seine Filme dankbar, sondern auch dafür, dass er für uns diese Geschichte seines Lebens hinterlassen hat – meisterhaft erzählt von ihm selbst.

 

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Im OUBEY MINDSPACE gibt es sechs Räume. Jeder von ihnen enthält fünf verschiedene Mind Sparks, die ihrerseits verschiedene Impulse enthalten. Hinter jedem Spark und jedem Impuls steckt eine Geschichte über OUBEY und das, was ihn interessiert und inspiriert hat. Diese Geschichten werden hier von mir erzählt.

An dieser Stelle gilt mein Dank dem Team von Kubikfoto³ für die großartige Gestaltung des OUBEY MINDSPACE, die inzwischen bereits mit drei renommierten internationalen Design-Preisen ausgezeichnet wurde – darunter zuletzt auch der Red Dot Award 2025.

Seit den 1930er Jahren weist die Forschung immer wieder auf die außergewöhnliche Intelligenz und die grundsätzliche Friedfertigkeit von Walen und Delfinen hin. Erste Schutzmaßnahmen wurden beschlossen: Besonders bedrohte Arten wie der Buckelwal, dessen Bestand damals auf etwa 100 Tiere geschrumpft war, wurden unter internationalen Schutz gestellt, und erste Schutzzonen entstanden.

Und doch blieb der Walfang ein alltägliches Geschäft auf den Weltmeeren. Gleichzeitig entwickelte sich in den SeaWorld-Parks dieser Welt eine andere Form der Ausbeutung: In künstlichen Becken, ihrer Freiheit beraubt, vollführen dort Orcas und Delfine artistische Kunststücke für ein zahlendes Publikum.

1974 erschien das von Joan McIntyre herausgegebene Buch „Der Geist in den Wassern – Ein Buch zu Ehren des Bewusstseins der Wale und Delfine. Soweit ich weiß, war es das erste Werk, das die Erkenntnisse verschiedener Forscher zur Intelligenz und zum Sozialverhalten dieser Lebewesen in einem umfassenden Sammelband zusammenführte und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machte.

„Aber wie steht es um jenen anderen Geist, den Geist in den Wassern? Wie steht es um diese riesigen, uns fremden Gehirne, die die Ozeane durchstreifen, die Lieder erklingen lassen, die träumen, die fernen Erinnerungen nachhängen, die einander in Anstand und Moral unterweisen? Wie sieht es in der geistigen Welt eines Geschöpfs aus, dessen Gehirn größer und möglicherweise komplexer ist als das unsere und das seinen Willen nicht in weltverändernde Tat umsetzen kann – und sei es nur deshalb, weil es keine Hände besitzt?“

 

Als OUBEY und ich dieses Buch 1984 zum ersten Mal lasen, waren wir tief beeindruckt und berührt von den geschilderten Begegnungen mit Walen und Delfinen. Esoterisches Pathos war uns beiden fremd. Für uns ging es hier um die Erkenntnis von unbestreitbaren Tatsachen und um ein erweitertes grundlegendes Verständnis von den Zusammenhängen in der Natur, deren Teil wir sind.

Die Vorstellung, dass auch andere Lebewesen, die diese Erde – oder vielmehr ihre Ozeane – bewohnen, über ein Bewusstsein verfügen könnten, war damals für die meisten Menschen kaum denkbar. Dass sie intelligent und lernfähig sind, ließ sich nicht mehr bestreiten. Immerhin wurden Delfine sogar von Geheimdiensten für militärische Zwecke eingesetzt – und werden es bis heute.

Aber ein Bewusstsein? Folgen sie nicht lediglich einem genetisch-biologischen Programm? Wie sollten sie Erkenntnisse gewinnen, die ein Bewusstsein begründen, wenn sie ausschließlich die Elemente Wasser und Luft kennen und nichts vom Leben an Land erfahren? Und woher käme ein freier Wille, der Entscheidungen trifft?

Über diese und ähnliche Fragen haben wir gesprochen. Es ging uns dabei nie darum, eine endgültige Antwort zu finden – schon gar nicht die eine, einzig richtige. Vielmehr öffneten diese Gespräche unser eigenes Denken für Möglichkeiten, die wir zuvor nicht in Betracht gezogen hatten. Unsere Selbstwahrnehmung als Spezies relativierte sich dabei immer wieder neu, ohne jemals ihren eigenen Wert zu verlieren.

Fossilienfunde haben gezeigt, dass die Vorfahren der Wale und Delfine vor 50 Millionen Jahren noch an Land lebten. Im Eozän führte ein gravierender Klimawandel zu steigenden Temperaturen und Meeresspiegeln. Im Laufe von 10 Millionen Jahren verlagerten diese bis dahin an Land lebenden Säugetiere ihren Lebensraum vollständig ins Meer – ein einzigartiger evolutionärer Prozess, der den Eindruck eines gewollten, äußerst klugen Handelns erweckt. Über diesen extrem langen Zeitraum der Transformation vom terrestrischen Säugetier zum einzigen ausschließlich im Wasser lebenden Säugetier auf diesem Planeten entstand eine spezifische Lebens- und Welterfahrung, die zumindest die Vorstellung zulässt, dass sich in diesem Prozess auch so etwas wie Bewusstsein entwickelt haben könnte – was auch immer wir darunter verstehen.

Heute finden sich im Internet zahlreiche wissenschaftliche Berichte und eindrucksvolle Videos zu diesem Thema, viele davon wurden erst in den letzten Jahren veröffentlicht. Vor fünfzig Jahren jedoch war McIntyres Buch eine völlig neue Quelle von Wissen – und Inspiration. Für OUBEY jedenfalls hatte es genau diese Wirkung. Deshalb haben wir ihm und den Walen und Delfinen im OUBEY MINDSPACE einen eigenen Spark gewidmet.

OUBEY wäre hocherfreut zu erfahren, dass Indien im Jahr 2013 Delfine offiziell als nicht-menschliche Personen anerkannt hat. Und noch mehr darüber, dass im Jahr 2024 die neuseeländischen Māori gemeinsam mit indigenen Völkern aus Tahiti und den Cookinseln eine Deklaration verabschiedeten, die Walen den Status juristischer Personen zuspricht.

Noch sind wir nicht soweit, die Resonanz eines Wals oder Delfins auf ein originales Werk von OUBEY kennenlernen zu können. Doch im Jahr 2011 konnte ich immerhin den Natur- und Walfilmer Daniel Opitz, Gründer der Ocean Mind Foundation, mit einem von OUBEYs Bildern besuchen und seine Resonanz vor laufender Kamera festhalten. Hier können Sie das Video von dieser außergewöhnlichen Begegnung sehen.

 

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Im OUBEY MINDSPACE gibt es sechs Räume. Jeder von ihnen enthält fünf verschiedene Mind Sparks, die ihrerseits verschiedene Impulse enthalten. Hinter jedem Spark und jedem Impuls steckt eine Geschichte über OUBEY und das, was ihn interessiert und inspiriert hat. Diese Geschichten werden hier von mir erzählt.

An dieser Stelle gilt mein Dank dem Team von Kubikfoto³ für die großartige Gestaltung des OUBEY MINDSPACE, die inzwischen bereits mit drei renommierten internationalen Design-Preisen ausgezeichnet wurde – darunter zuletzt auch der Red Dot Award 2025.

 

In erstaunlicher Synchronizität dringen zwei Ereignisse in bisher unbekannte Bereiche ihrer Disziplinen vor: Albert Einstein stellt die Allgemeine Relativitätstheorie auf und Picasso begründet mit seinem Bild „Demoiselles d´Avignon“ das was später Kubismus genannt wird.

In seiner Allgemeine Relativitätstheorie erklärt Einstein die Gravitation als Krümmung der vierdimensionalen Raumzeit, verursacht durch Masse und Energie. Sie beschreibt die Wechselwirkung zwischen Materie und Raumzeit und ist bis heute die einzige wissenschaftlich anerkannte Gravitationstheorie.

Screenshot aus dem OUBEY MINDSPACE Spark zum Thema Zeit

Screenshot aus dem OUBEY MINDSPACE Spark zum Thema Zeit

In seinem Bild „Demoiselles d´Avignon“ zersprengt Picasso die zweidimensionale Figur auf der Leinwand, zerlegt sie in ihre Einzelteile, setzt sie neu zusammen und erzeugt damit eine bis dahin unbekannte Art der Dreidimensionalität auf einer Fläche.

Screenshot aus dem OUBEY MINDSPACE Spark zum Thema Kunst

Screenshot aus dem OUBEY MINDSPACE Spark zum Thema Kunst

Trotz der Gleichzeitigkeit beider Ereignisse unterscheiden sie sich in der Dimension ihrer Bedeutung. Picasso´s Malerei bewegt sich in irdischen Dimensionen, hat die Kunst verändert. Einsteins Theorie bewegt sich in kosmischen Dimensionen. Sie hat unser Verständnis von Raum und Zeit verändert.

OUBEY fand die Synchronizität dieser bahnbrechenden Vorstöße in vollkommen neue Dimensionen der wissenschaftlichen Erkenntnis einerseits und radikal neue Formen des künstlerischen Ausdrucks andererseits außerordentlich interessant und brachte in einem unserer unzähligen Gespräche über „Gott und die Welt“ irgendwann einmal das Jahr 1907 ins Spiel. Dass er mir dabei mühelos und ganz nebenbei aus dem Stand die Allgemeine Relativitätstheorie erklärte, sei hier nur am Rande erwähnt.

Er sprach mit großer Begeisterung von der Gleichzeitigkeit dieser beiden Ereignisse, einem Glücksmoment der Kulturgeschichte, in dem Wissenschaft und Kunst sich zeitlich, aber auch in der gesellschaftlichen Relevanz ihres Tuns einmal so nahekamen wie selten.

Die Aufteilung der Welt und des Lebens in schulische und universitäre Disziplinen bewirkte im Laufe der Jahrhunderte eine zunehmende Entfremdung zwischen ihnen, die bis zur gegenseitigen Geringschätzung ihrer Protagonisten untereinander führen konnte. OUBEY hat diese Trennung nie akzeptiert. Hierin lag eine der Wurzeln für seine geistigen Verbindungen zu Gottfried Wilhelm Leibniz oder zu Ilya Prigogine und dessen bahnbrechendem Werk „Dialog mit der Natur“. Er hat die Überwindung dieser Trennung gelebt und ihr in seiner Malerei Ausdruck verliehen: „Alles ist mit allem verbunden und meine Kunst ist ein optischer Ausdruck dieser Erkenntnis.“

Zu den wenigen Forschungseinrichtungen, die zu OUBEYs Lebzeiten bereits konsequent einen interdisziplinären Ansatz praktizierten, gehört das legendäre Santa Fe-Insitut in New Mexico. Dass der dort tätige Prof. Stuart Kauffman sich zum Encounter mit einem von OUBEYs Bildern bereit erklärte, hätte OUBEY sehr gefreut. Was Kauffman in dieser Begegnung über das Bild sagte, sicherlich noch viel mehr.

Das Jahr 1907 wird im OUBEY MINDSPACE nicht explizit angesprochen. Doch es lassen sich visuelle Anspielungen auf Picasso´s „Demoiselles d´Avignon“ und auch auf Einsteins Theorie entdecken und zweimal kommt Albert Einstein auch in Form eines Zitats zu Wort.

Vielleicht werden Sie bei Ihrem nächsten Besuch im MINDSPACE fündig. Dieses Bild an einer Wand im schwarz-weißen Raum gibt Ihnen einen Hinweis.

Vielleicht werden Sie bei Ihrem nächsten Besuch im MINDSPACE fündig. Dieses Bild an einer Wand im schwarz-weißen Raum gibt Ihnen einen Hinweis.

 

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Im OUBEY MINDSPACE gibt es sechs Räume. Jeder von ihnen enthält fünf verschiedene Mind Sparks, die ihrerseits verschiedene Impulse enthalten. Hinter jedem Spark und jedem Impuls steckt eine Geschichte, die uns mehr erzählt darüber wer OUBEY war und wie er war. Diese Geschichten werden hier von mir erzählt.

Mit Dank an das Team von Kubikfoto³ für die Gestaltung des OUBEY MINDSPACE, der inzwischen mit drei internationalen Preisen ausgezeichnet wurde, darunter auch der renommierte Red Dot Award.

Seinem kühlen Licht in dunkler Nacht sind unzählige Gedichte und Lieder gewidmet. Beethovens Mondscheinsonate berührt uns in ihrer kompositorischen Vollkommenheit tief in der Seele, Debussys Clair de Lune versetzt uns in schwebende Glückszustände. Jules Verne beschrieb in seinem Science Fiction Roman „Von der Erde zum Mond“ bereits ein Jahrhundert vor Neil Armstrongs erstem Schritt auf dem Mond die Reise zu unserem Trabanten – erstaunlich präzise und visionär zugleich. Georges Méliès wagte sich als Pionier im Jahr 1902 an eine filmische Adaption dieses Stoffes und schuf damit einen Meilenstein der Filmgeschichte, dem Martin Scorsese hundert Jahre später mit Hugo Cabret ein liebevolles Denkmal setzte. Pink Floyd widmeten The Dark Side of the Moon  ein ganzes Album, und Bob Dylan ließ in seinem epischen Liebeslied Sad Eyed Lady of the Lowlands das Mondlicht in den Augen der besungenen Schönheit schwimmen.

Szene aus dem Film "Die Reise zum Mond" von Georges Méliès (1902)

Szene aus dem Film „Die Reise zum Mond“ von Georges Méliès (1902)

Aus der Nähe betrachtet verliert der Mond allerdings seine romantische Aura. Der Blick durch ein starkes Teleskop zeigt eine graue, staubige, von Kratern übersäte Oberfläche. So wurde der Begriff der „Mondlandschaft“ zum Synonym für unwirtliche, trostlose Gegenden. Doch die Wirkungskraft des Mondes auf die Erde ist immens: Seine Gravitation stabilisiert die Erdachse, verursacht Ebbe und Flut, beeinflusst den Biorhythmus mancher Pflanzen und Tiere – und vermutlich sogar den weiblichen Fruchtbarkeitszyklus. Für unsere Vorfahren war der Mond zudem ein Kultgestirn von großer spiritueller Bedeutung.

John F. Kennedys Ankündigung, noch im Jahrzehnt der 1960er-Jahre einen Menschen zum Mond zu bringen, war Ausdruck des Systemwettstreits jener Zeit – aber ebenso Zeugnis von Pioniergeist und visionärem Ehrgeiz. Am 20. Juli 1969 wurde dieses scheinbar Unmögliche Wirklichkeit: Neil Armstrong setzte als erster Mensch seinen Fuß auf die Oberfläche des Mondes.

Screenshot aus dem Spark über Weltraumkolonien im OUBEY MINDSPACE

Screenshot aus dem Spark über Weltraumkolonien im OUBEY MINDSPACE

Die Erforschung des Weltraums und die bemannte Raumfahrt hatten sowohl OUBEY als auch mich schon früh fasziniert – unabhängig voneinander, lange bevor wir uns begegneten. Nachdem wir uns kennengelernt hatten, fühlten wir uns nicht zuletzt auch dadurch eng verbunden, dass wir unser großes Interesse am Kosmos, seinen Phänomenen, Rätseln und seiner Geschichte miteinander teilten. Besondere Missionen wie die Reise der beiden Voyager Sonden in den interstellaren Raum oder den – anfangs durchaus holprige – Start des Weltraumteleskops Hubble feierten wir. Tief berührt hat uns die Aussage ausnahmslos aller Astronauten, die einmal selbst im All unterwegs gewesen waren und ihre wichtigste Erkenntnis aus dieser Erfahrung so zusammenfassten: Wir flogen hinaus als Techniker, wir kehrten zurück als bewusste Menschen.

Was Aristoteles bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. erkannt und Magellan mit seiner Weltumsegelung im 16. Jahrhundert praktisch bewiesen hatte, erhielt durch die Bilder der frei im dunklen Raum schwebenden Erdkugel seinen endgültigen visuellen Beleg – von einer Schönheit, die kaum zu übertreffen ist. Sich an diesen Anblick nicht zu gewöhnen, sondern ihm immer wieder mit Ehrfurcht und Staunen zu begegnen, ruft eine Demut im Denken über die Zusammenhänge des Seins hervor, wie es kaum etwas anderes vermag.

Diese Erdkugel wurde, als sie noch jung war, vor etwa 4,5 Milliarden Jahren von einer gewaltigen Kollision mit einem marsgroßen Protoplaneten erschüttert. Trümmer aus Gestein, Staub und geschmolzenem Material wurden ins All geschleudert, sammelten sich in einer Umlaufbahn und formten durch Gravitation schließlich den Mond. Deshalb ähneln die von den Apollo-Missionen mitgebrachten Mondgesteine jenen der Erde so stark. Jenseits aller Romantik besteht also tatsächlich eine Art verwandtschaftliches Verhältnis zwischen der Erde und ihrem Mond, der sie seit Milliarden von Jahren in rund 380.000 Kilometern Entfernung umkreist – und ihr dabei gute Dienste leistet.

Screenshot aus dem Spark über Weltraumforschung im OUBEY MINDSPACE

Screenshot aus dem Spark über Weltraumforschung im OUBEY MINDSPACE

In wenigen Wochen startet die Artemis II Mission. Zum ersten Mal seit über fünfzig Jahren wird sich eine Crew auf eine Umlaufbahn um den Mond begeben – noch ohne Landung, aber zur Vorbereitung von Artemis III. Die Mission folgt einer sogenannten Free Return Trajectory, einer freien Rückkehrbahn. Die spezielle Fluggeometrie erlaubt es, die Schwerkraft des Mondes als natürliche Rückfahrkarte zu nutzen: Selbst bei einem vollständigen Ausfall des Hauptmotors würde die Kapsel ohne zusätzlichen Treibstoff sicher zur Erde zurückkehren. Die Gesetze der Physik fungieren hier als ultimatives Backup-Triebwerk.

Das öffentliche Interesse ist heute nicht mit dem damaligen Hype um Apollo 11 vergleichbar. Das könnte sich jedoch ändern, wenn mit Artemis III erstmals seit 1972 wieder Menschen den Mond betreten. Und erst recht wenn mit der Errichtung des geplanten Basislagers begonnen wird, von dem aus vielleicht schon in 20 Jahren oder sogar noch früher die erste zweijährige Marsexpedition starten kann. Da der Mond über keine Atmosphäre, keinen Luftwiderstand und keine Gravitation verfügt, sind die Startbedingen hier wesentlich günstiger als auf der Erde. Das macht ihn zum idealen Weltraumbahnhof. Und nachdem das Eis im Shackleton Krater aufgetaut wurde, wird es auch fließendes Wasser dort oben geben. Es wird also einiges los sein auf unserem Erdtrabanten in den kommenden Jahrzehnten.

Die Sinnhaftigkeit solcher Programme wird nach wie vor von vielen bestritten – nicht zuletzt wegen der enormen Kosten. Doch es war bislang nicht die Raumfahrt, die uns davon abgehalten hätte, unsere irdischen Hausaufgaben zu machen oder Verantwortung für das ökologische Gleichgewicht und eine friedliche Koexistenz zu übernehmen.

OUBEY hatte dazu eine klare Haltung. Was für manche ein unüberbrückbarer Gegensatz war, gehörte für ihn untrennbar zusammen – in seiner ganz eigenen Vision von der Zukunft der Menschheit und der Erde. Einige seiner Gedanken dazu sind im OUBEY MINDSPACE zu hören. Ein Jules Verne hätte daran vermutlich seine helle Freude.

In diesen beiden Räumen des MINDSPACE finden sich OUBEYs Statements:

 

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Im OUBEY MINDSPACE gibt es sechs Räume. Jeder von ihnen enthält fünf verschiedene Mind Sparks, die ihrerseits verschiedene Impulse enthalten. Hinter jedem Spark und jedem Impuls steckt eine Geschichte über OUBEY und das, was ihn interessiert und inspiriert hat. Diese Geschichten werden hier von mir erzählt.

An dieser Stelle gilt mein Dank dem Team von Kubikfoto³ für die großartige Gestaltung des OUBEY MINDSPACE, die inzwischen bereits mit drei renommierten internationalen Design-Preisen ausgezeichnet wurde – darunter zuletzt auch der Red Dot Award 2025.

Benannt wurde das Band nach dem Leipziger Mathematiker und Astronom August Ferdinand Möbius, dessen Name damit in die Geschichte einging. Seinen Kollegen, den Mathematiker Johann Benedict Listing aus Göttingen findet man heute dagegen nur noch in den Archiven.

Mathematisch betrachtet ist die Möbiusschleife eine „nicht-orientierbare Mannigfaltigkeit“. Es gibt kein Oben und Unten, kein Innen und Außen und weder einen Anfang noh ein Ende. Insofern stellt sie die etablierten Kategorien unserer Wahrnehmung nicht nur auf die Probe, sondern auch in Frage. Sie fordert uns heraus, neue Sichtweisen zuzulassen und zu erkennen, dass Grenzen oft Illusionen sind.

Aufgrund ihrer einzigartigen Gestalt wurde sie zum Symbol für das, was wir Unendlichkeit nennen. Doch was ist oder bedeutet Unendlichkeit? Auch wenn wir diese Frage nicht beantworten können, bietet uns die Möbiusschleife aber doch immerhin die Möglichkeit zu der Erkenntnis, dass es Wirklichkeiten gibt, für die das vermeintliche Naturgesetz, alles müsse einen Anfang und ein Ende haben, nicht gilt.

Wenn es das im Kleinen gibt, weshalb dann nicht auch im Großen?

Diese spannende Frage hat OUBEY immer wieder beschäftigt. Und wenn wir uns darüber austauschten, dann kamen wir früher oder später übereinstimmend zu dem Ergebnis, dass wir die Vorstellung einer Unendlichkeit favorisieren, auch wenn wir sie letztlich nicht verstehen und natürlich schon gar nicht beweisen können.

Seit ihrer Entdeckung hat die Möbiusschleife als stiller Spiegel menschlicher Welterfahrung ihre ureigensten Spuren hinterlassen. In Filmen, Romanen, Gemälden oder wissenschaftlichen Theorien finden sich zahlreiche Bezüge.

Zwei Beispiele, die für OUBEY besonders interessant und bedeutsam waren, möchte ich hier kurz vorstellen:

 

 

Und nun taucht die Möbiusschleife für einen kurzen Augenblick auch in einem Spark des Kosmischen Raums im OUBEY MINDSPACE auf, in dem es um das Phänomen der Zeit geht – als Symbol der Unendlichkeit.

 

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Im OUBEY MINDSPACE gibt es sechs Räume. Jeder von ihnen enthält fünf verschiedene Mind Sparks, die ihrerseits verschiedene Impulse enthalten. Hinter jedem Spark und jedem Impuls steckt eine Geschichte über OUBEY und das, was ihn interessiert und inspiriert hat. Diese Geschichten werden hier von mir erzählt.

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Gekonnt, mühelos und radikal bewegte er sich zwischen allen musikalischen Genres und widersetzte sich der normativen Kraft des Mainstreams so renitent wie kaum ein anderer Musiker und Komponist des 20. Jahrhunderts.

Beeinflusst von Strawinsky, Puccini, Webern und Varese, war und bleibt sein musikalisches Werk eine einzigartige Schnittmenge aus Avantgarde, Klassik, Rock, Jazz und Elektronik. Unabhängig davon ob man seine Musik mag, macht ihn allein das zu einer Rarität und zu einem Glücksfall. Kent Nagano dirigierte Zappas Orchesterstücke, Pierre Boulez besuchte 1980 in Paris ein Zappa-Konzert, was zu einer konstruktiven Zusammenarbeit zwischen Beiden führte. In Europa fand Zappa´s kompositorische Arbeit eine Wertschätzung und Anerkennung wie nirgendwo sonst, schon gar nicht in den USA.

Denn er durchbrach nicht nur die etablierten Grenzen zwischen musikalischen Genres, sondern auch die Verhaltensregeln einer Gesellschaft, die die Fassade der Wahrheit vorzieht. Sein freier Geist hatte in den 60er und 70er Jahren das puritanisch geprägte Gesellschaftssystem der USA geradezu in Aufruhr versetzt. Das brachte ihm immer wieder Ärger von verschiedensten Seiten ein, hielt ihn aber nie davon ab, unbeirrt seinen eigenen Weg zu gehen.

Frank Zappa konnte ebenso bissig sein wie humorvoll. Er war witzig, tiefgründig, unverblümt, satirisch, politisch, mutig. Frei im Geist, kreativ in der kompositorischen Arbeit und streng im Umgang mit der Band während den Tourneen. Bewundert von den einen, gehasst von den anderen, was immer wieder zu Tumulten während seiner Konzerte führte, die er dann schon auch mal abbrach oder mit dem Rücken zum Publikum spielend absolvierte.

Legendärer Teil der Popgeschichte wurde die Aktion eines Konzertbesuchers 1971 im Rainbow Theatre in Montreux. Als er eine Leuchtpistole auf die Bühne warf, entzündete er damit einen Brand der nicht nur den Saal, sondern das ganze Theater in Schutt und Asche legte. Deep Purple widmeten dem Ereignis ihren Song „Smoke on the Water“.

OUBEYs Interesse an Zappa und seiner Musik erwachte Mitte der 70er Jahre, als er zum ersten Mal das Album „One Size Fits All“ hörte. Ein Konzert von Zappa und den Mothers of Invention Ende der Siebziger in Köln war das erste große Live Konzert seines Lebens. Dass Zappa in einer Limousine vorfuhr, fand OUBEY zwar verwunderlich, aber völlig okay. Dass er das Konzert aufgrund der Flaschenwerfer aus dem Publikum eher „unfriendly“ runterspielte, war dann aber ziemlich ernüchternd. Vorübergehend rückten andere Komponisten und Musiker in den Vordergrund.

Screenshot aus dem MIND SPARK „Musik – Frank Zappa“

Als 1993 „The Yellow Shark“ erschien, kehrte sein Interesse zurück und entwickelte sich zu einem gereiften Sinn für die komplexe Vielfalt und Originalität der Komposition und die grandiose Live Performance Zappa´s gemeinsam mit dem Ensemble Modern. Das war immer noch derselbe und doch ein anderer Zappa als der, den er als 18jähriger live erlebt hatte. Als er kurz darauf von Zappa´s frühem Tod erfuhr, begab er sich noch einmal auf eine Reise in dessen Diskografie und entdeckte ihn für sich noch einmal ganz neu.

Ich erinnere mich gut daran, wie eines nachmittags sehr laut ein faszinierendes Soundspektakel aus den großartigen B&W Lautsprechern mit Hochtönern und Subwoofer erklang. OUBEY hatte die Boxen und die Anlage nach sorgfältiger Recherche und unzähligen Tests ausgesucht und mit einem hochwertigen Kabel ans Stromnetz angeschlossen. Höchste Klangqualität war ihm wichtig.

Ich horchte auf. Was da lief, kannte ich nicht. Es war „The Yellow Shark“. OUBEY hatte das Album bis dahin nur im Atelier gehört. Ich fragte ihn, was das denn für eine tolle Musik sei. „Das ist Zappa?“ rief ich überrascht. Das ist fantastisch! Auch ich hatte in früheren Jahren, lange bevor ich OUBEY kannte, mit Camarillo Brillo und 200 Motels selbst schon mal vorübergehend eine Zappa-Phase. Von nun an mochten wir ihn beide gleichzeitig.

Am 4. November 2005 spielte das Ensemble Modern, das mit Zappa in seinen letzten Jahren sehr eng zusammengearbeitet und unter dessen Leitung „The Yellow Shark“ bereits live aufgeführt und aufgenommen hatte, den „Shark“ live im Konzerthaus Baden-Baden. Es war ein unvergesslich grandioses Konzert.

Als es nun fast zwanzig Jahre später um die Frage ging, welche Musiker und welche originalen Musiktitel im OUBEY MINDSPACE vorkommen sollen, war für mich klar, dass Frank Zappa auf jeden Fall dabei sein sollte, möglichst mit einem Track aus dem „Yellow Shark“. Dabei ging es mir sowohl um seine Musik als auch um seine Person und seine unbeirrbare Konsequenz auf dem Pfad der Kreativität.

Screenshot aus dem MIND SPARK „Musik – Frank Zappa“

Für die Musik brauchte ich eine Autorenlizenz. Die konnte ich nur von Zappa´s Familie bekommen, die sich seit seinem Tod um sein musikalisches Vermächtnis kümmert. Zu meiner großen Freude erhielt ich diese Lizenz problemlos und möchte mich hierfür an dieser Stelle bei der Familie Zappa sehr herzlich bedanken.

Der MindSpark, in dem wir nun einen Minutenausschnitt von „Uncle Meat“ aus dem „Yellow Shark“ hören können, ist für mich nicht nur ein musikalisches und – durch das bisher unveröffentlichte Gemälde aus OUBEYs Computer Art-Serie „Zosch und Zorro“ – auch visuelles Highlight in diesem Raum des OUBEY MINDSPACE.

„ZZZ“ – OUBEY Computer Art

Durch das integrierte Zitat von Frank Zappa spiegelt er zudem auch OUBEYs ureigenste Haltung zum Verhältnis von Kunst und Markt: „I think that any artistic descision that is based on whether or not you are going to make money, is not really an artistic decision. It´s a business decision.“

Jedem, der authentisch etwas über Frank Zappa erfahren möchte, empfehle ich die Dokumentation von Thorsten Schütte: Eat That Question – Frank Zappa In His Own Words

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Im OUBEY MINDSPACE gibt es sechs Räume. Jeder von ihnen enthält fünf verschiedene Mind Sparks, die ihrerseits verschiedene Impulse enthalten. Hinter jedem Spark und jedem Impuls steckt eine Geschichte, die uns mehr erzählt darüber wer OUBEY war und wie er war. Diese Geschichten werden hier von mir erzählt.

An dieser Stelle gilt mein Dank dem Team von Kubikfoto³ für die großartige Gestaltung des OUBEY MINDSPACE, die inzwischen bereits mit drei renommierten internationalen Design-Preisen ausgezeichnet wurde – darunter zuletzt auch der Red Dot Award 2025.

„Keine Begrüßung, keine Verabschiedung, kein einziger Song zum Mitsingen“. Wer im Jahr 2025 ein Konzert von Bob Dylan so kommentiert, der hätte besser geschwiegen. Als hätte Bob Dylan in den letzten dreiundzwanzig Jahren, seit ich regelmäßig jedes seiner Konzerte besucht habe, jemals das Publikum begrüßt oder gar jemals einen „Oldie“ zum Mitsingen angeboten.

Wer mit einer solchen Erwartungshaltung in ein Dylan-Konzert geht, der wird natürlich enttäuscht. Der Grund für diese Enttäuschung liegt aber nicht in Bob Dylan, sondern in der falschen Erwartung aufgrund von Ignoranz.

Von einem Künstler, der zur Verleihung des Literaturnobelpreises, den er als erster Songschreiber aller Zeiten erhält, nicht selbst zur Verleihung erscheint, darf man nicht erwarten, dass er sich verhält wie ein Popsänger oder wie Rock´n Roll Stars, die mit Vergnügen ihr Repertoire in bekannter Spielart immer und immer wieder zum Besten geben.

Dagegen ist nichts einzuwenden. Aber diesen Maßstab an Bob Dylan anzulegen zeugt mindestens von Unwissenheit und Unverständnis. Die beharrliche Wiederholung der immer selben Feststellungen seit Jahr und Tag spricht allerdings eher für einen erklärten Unwillen zu verstehen.

Und natürlich wiederholt sich seit Jahr und Tag die Beschwerde, dass man in Dylan´s Konzerten nicht filmen oder fotografieren darf. Das war schon 2002 in Oberhausen so. Und seit drei Jahren werden beim Eintritt nun die Handys in einem Beutel verplombt. Ich finde das großartig.

Die Botschaft dieses Reglements heißt: Genießt den Abend, genießt die Musik, nehmt sie in Euch auf und die Eindrücke dann mit Euch nach Hause. Was ist das für eine Wohltat, nicht lauter leuchtende Handy-Displays vor sich und um sich herum zu sehen, sondern einfach nur das Dunkel des Saals. Was für eine wunderbar intensive Atmosphäre entsteht durch dieses Handy-Verbot. Das lese ich nirgends.

Stattdessen so ein durchgängiger kritischer Unterton wie ein Künstler es wagen kann, sich nicht – für alle im Saal sichtbar – auf der Bühne in Szene zu setzen und zu produzieren, sondern einfach nur Gitarre, Klavier und Mundharmonika zu spielen und zu singen – begleitet von vier tollen Musikern. Und das tat Dylan am Montag – wieder einmal – auf seine ihm eigene Art.

Ich hatte einen tollen Platz in Reihe 4 des Innenraums. Trotzdem sah auch ich von Dylan nur seinen Haarschopf und hin und wieder seinen Oberkörper, wenn er am Ende eines Songs kurz aufstand, um sich zu zeigen. Mitten im Konzert, das ich von der ersten bis zur letzten Minute genossen habe, wurde mir vielleicht gerade aufgrund seiner „Unsichtbarkeit“ zutiefst bewusst, dass das da oben am Flügel wirklich Bob Dylan ist und dass ich zu den glücklichen Menschen gehöre, die dieses Konzert des 84jährigen Dylan im Jahr 2025 miterleben können. Das war ein Glücksmoment. Ich sage: Danke, Bob Dylan. Es war ein toller Abend. Und wenn es der letzte gemeinsame gewesen sein sollte, dann war er für mich ein Höhepunkt.

Materielle Form und Gestalt nimmt sie in einem Außenraum an. Dort kommt sie auf die Welt.

Dieser Raum kann ein Atelier sein. Für OUBEY war es in den frühen Jahren seines Schaffens aber immer die Wohnung, in der er gerade lebte. Als wir in unsere erste gemeinsame, wunderschöne Altbauwohnung zogen, wurde dort der größte und hellste Raum zu seinem ersten eigenen Atelier.

Schon zuvor waren in seiner winzigen Wohnung in der Brunnenstraße auf beengtem Raum großartige Bilder wie „Die Reise der Monaden“, „Grünes Bild“ oder „Morphogenese“ entstanden. Dort hatte er sie mir zum ersten Mal gezeigt. Ich war beeindruckt.

Zu einer Explosion seiner Schaffenskraft, kam es in seinem ersten eigenen Atelier in unserer Wohnung in der Roonstraße. Es war als hätten in seinem Innenraum bereits unzählige Bilder nur darauf gewartet, endlich das Licht dieser Welt zu erblicken: „Einsteins Tränen“, „Nullfeld“, „Samurai“, das Triptychon „27 Cube Memory System“ und viele Bilder mehr sind hier zwischen 1984 und 1987 entstanden.

Der Umzug in sein erstes eigenes Atelier außerhalb der Wohnung beflügelte seine Kreativität ein weiteres Mal. Dort hatten zuvor Markus Lüpertz und Uwe Lindau gearbeitet. Die Vermieterin, eine ältere verwitwete, sehr resolute Dame, erzählte gerne mal die eine oder andere Geschichte, die sie mit OUBEYs „Vorgängern“ erlebt hatte.  Lüpertz habe ihr mal eins seiner Bilder schenken wollen. Das sei aber keine Kunst gewesen, sondern habe ausgesehen wie die Anzüge in der Schaufensterdekoration des größten Herrenbekleidungsgeschäfts in Karlsruhe. Deshalb habe sie das Bild nicht gewollt.

In diesem Atelier in der Sofienstraße begann OUBEY mit der Arbeit am Amiga 500 Computer. Deshalb erscheint eine Originalaufnahme von diesem Atelier mit Blick auf das „digitale Studio“ im Spark des OUBEY MINDSPACE, in dem es um die Arbeit am Computer und die Kunst des PhotonPainting geht. Dazu gibt es dort ein Zitat von OUBEY über das Verhältnis von Kunst und Computer, das in seiner Grundsätzlichkeit weit über die damalige Zeit hinausweist und im Jahr 2025 noch genauso wichtig und richtig ist wie damals.

Mit den PhotonPaintings, die er hier am Amiga 500 schuf, bestritt er 1992 seine erste und einzige, sehr erfolgreiche Ausstellung mit dem Titel „MINDKISS – The PHOTONPAINTING“. Nach ihr habe ich 2005 das MINDKISS Projekt benannt. Wer sich beim Anblick des Ausstellungskatalogs fragt, weshalb hier ein Wendelin Koehler als ausstellender Künstler genannt wird, erfährt die Hintergrundgeschichte dazu in dem oben erwähnten Spark des OUBEY MINDSPACE.

In diesem Atelier malte OUBEY erstmals auch mit Öl auf Leinwand. Um die Bilder zu realisieren, die in seinem Kopf bereits existierten, wie er sagte, erwies sich diese Technik jedoch als ungeeignet. Auch die Arbeit am Computer kam an die Grenzen der Materialisierung. Der Aufwand, die Bilddateien so zu vergrößern, dass angemessene Formate machbar sind, war enorm hoch und nicht bezahlbar.

OUBEY träumte davon, sie eines Tages mit einem Plotter auf riesengroße Leinwände zu drucken oder sie mit Hilfe von Lasertechnik auf große weiße Wände oder fließendes Wasser zu projizieren – frühe Ideen für eine immersive 360° Präsentation seiner Kunst. Nur ein Beispiel dafür wie weit er in seiner innovativen Vorstellungskraft seiner Zeit voraus war. Die damalige Zeit war für eine Realisierung dieses Traums für einen Künstler mit begrenzten finanziellen Mitteln jedoch noch nicht reif. Wenn wir nun heute sein großes Spätwerk GENESIS öffentlich als immersive 360° Raumprojektion präsentieren, bewegen wir uns damit in den Spuren seiner Gedanken.

Dann wurde ihm das Atelier gekündigt. Das war ein heftiger Schlag. Er wusste, wie schwer es sein würde, irgendeinen anderen geeigneten oder doch wenigstens brauchbaren Raum zu finden. Wie schon 1987 suchte ich für ihn unermüdlich nach einem neuen Atelier. Und wie damals hatte ich auch dieses Mal nach monatelanger  Suche das Glück, einen guten Raum zu finden – größer, heller, näher an der Wohnung als das vorherige Atelier – und bezahlbar. Als ich ihm von diesem Raum erzählte, hatte OUBEY größte Zweifel, doch als er ihn dann zum ersten Mal betrat, war in diesem Moment sofort klar, dass das „sein Raum“ war. Was für ein Glücksfall!

Hier können Sie OUBEYs Atelier in einem virtuellen 360° Besuch erkunden.

Es dauerte eine ganze Weile, bis er dieses neue Atelier so eingerichtet hatte, dass er sich dort wohlfühlte. Das war für ihn eine unbedingte Voraussetzung fürs Malen. Es gab eine Couch, einen großen Fernseher mit Satellitenanschluss, eine kleine offene Küche, ein Bad, ein großes Bett und einen Zitronenbaum, den ich ihm zum Einzug geschenkt hatte.

Im Jahr 2003 begann dann die nächste Schaffensexplosion. Großformatige Bilder, Öl auf beschichteter Hartfaserplatte: GENESIS und StarPixelClusters. So konstant und kontinuierlich produktiv in seinem Schaffen hatte ich OUBEY vorher nicht erlebt. Er war ganz und gar bei sich. Und er war – zum ersten Mal nach zwölfjährigem Rückzug – bereit für eine nächste Ausstellung.

Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie ich nach seinem Unfalltod das Atelier im August 2004 mit größtem Respekt zum ersten Mal allein betrat; wissend, dass ich ihn nie ohne OUBEYs Beisein betreten hätte solange er lebte. Denn das war sein Raum, sein ureigenster Freiraum. Doch der Zitronenbaum brauchte Wasser. Alle drei bis vier Tage.

So wurde OUBEYs Atelier dann irgendwann zu unserem Raum.

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Im OUBEY MINDSPACE gibt es sechs Räume, die ihrerseits verschiedeneImpuöse und jeweils fünf sogenannte MindSparks enthalten. Hinter jedem Spark und jedem Impuls steckt eine Geschichte, die uns mehr erzählt darüber wer OUBEY war und wie er war. Diese Geschichten werden hier von mir erzählt.

An dieser Stelle gilt mein Dank dem großartigen Team von Kubikfoto³ für die wunderbare Zusammenarbeit und ihre herausragende Leistung bei der audiovisuellen Gestaltung und Produktion des OUBEY MINDSPACE. Gemeinsam freuen wir uns darüber, dass der OUBEY MINDSPACE mit drei renommierten Preisen ausgezeichnet wurde, darunter vor kurzem mit dem Red Dot Design Award 2025.

 

Mit einem szenischen Konzertabend und Weltmusik hat sich das 30. Speyerer Festival Kulturbeutel am Wochenende bis zum 25. September 2026 verabschiedet. Der 31. Kulturbeutel öffnet dann den Vorhang im Alten Stadtsaal bis 4. Oktober. Vorbereitungen laufen bereits.

Zwischen den Nachmittags- und Abendvorstellungen hat Dagmar Woyde-Koehler den Kulturbeutel-Besuchern ihr Projekt „Mindkiss“ präsentiert. Mit der außergewöhnlichen interaktiven Ausstellung holt sie den 2004 tödlich verunglückten Karlsruher Künstler Rudi Wendelin-Koehler alias Oubey zurück ins Leben. Die virtuelle Entdeckungsreise zu unterschiedlichen Gedankenräumen des Künstlers wirkt besonders dann emotional, wenn Oubeys Original-Stimme zu hören ist. Wenn sie von KI nachempfunden ist, hat sie auch für die Witwe einen eigenartigen Klang, zumal sie täuschend echt sei, wie sie sagt.

 

Ein Gedankenraum von Oubey.

Woyde-Köhler hat 21 Jahre mit Oubey gelebt und sich vorgenommen, das Vermächtnis nach außen zu tragen. Die Ausstellung gibt einen Ausblick in eine ungewisse Zukunft und Einblicke in Vergangenheiten, wie Obey sie sah. Sie erzählt von Kosmos und der Schönheit der Unterwasser-Welten und von den 1000 Sternen, die der Künstler erschaffen wollte. Fast alle leuchten dem Betrachter zwischen zwei Kulturbeutel Vorstellungen hell entgegen.

Ellen Korelus-Bruder in DIE RHEINPFALZ, 13. Oktober 2025 (Ausschnitt)

Kein zeitlich befristeter Aufenthalt in einer ISS-Forschungsstation, sondern eine Übersiedlung auf Dauer. Vielleicht müsste die Frage richtiger lauten: Wann werden erstmals Menschen in den Weltraum übersiedeln?

OUBEY sprach bereits 1983 davon, dass die rasante Zunahme der menschlichen Weltbevölkerung auf der Erde zu Lasten aller anderen Lebewesen auf diesem Planeten geht. Und dass die Menschheit die Erde verlassen und in den Weltraum übersiedeln sollte – langfristig gesehen.

Die Vorstellung, dass wir Menschen uns dem Weltraum annähern, in dem unsere Erde schwebt und sich einmal im Jahr um die Sonne dreht, ihn zu bereisen oder sogar dort für eine gewisse Zeit zu leben, gibt es schon sehr lange. Fantastische Entwürfe der Science Fiction, aber auch wissenschaftliche Studien haben uns immer wieder dazu angeregt, diese Vorstellung nicht als Spinnerei abzutun, sondern an ihre Realisierbarkeit zu glauben.

Wie es gehen kann, die Gravitation zu überwinden, die Erdatmosphäre zu verlassen und in den Weltraum unseres Sonnensystems vorzudringen, hat uns die bemannte Raumfahrt gezeigt. Wie es konkret aussehen könnte, Menschen in einer Raumkolonie anzusiedeln, wurde immer wieder in wissenschaftlichen Projekten untersucht. Basierend auf den Erkenntnissen einer MIT-Studie wurde an der Universität Karlsruhe unter der Leitung von Prof. Fritz Haller 1979 ein Projekt ins Leben gerufen, das sich mit der „Umweltgestaltung Prototypischer Raumkolonien“ beschäftigte.

 

Es ging um die Gestaltung einer „Space Colony“ für 1000 Bewohner, denen sie einst als dauerhafter Wohn-, Arbeits- und Lebensraum dient. Keine stationäre Basis auf einem anderen Planeten wie z.B. dem Mars, sondern ein „Orbital“, ein frei im All schwebendes riesengroßes Raumschiff, in dem 1000 Menschen ein künstlich geschaffenes Zuhause finden. Dies bedeutet nicht nur eine technische Herausforderung, sondern auch eine Herausforderung in der Gestaltung des sozialen Raums, der Gestaltung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen des Zusammenlebens auf dieser Insel im All.

Solche Entwürfe bewegen sich, wenn sie substanziell sind, deshalb immer auch im Grenzbereich sozialer Utopien, deren Verwirklichung im Laufe der nächsten fünfzig bis hundert Jahre weitaus wahrscheinlicher sein dürfte als manch einer das heute noch glauben möchte.

Genau zu dieser Zeit begann OUBEY sein Architekturstudium an der Uni Karlsruhe. Die Begegnung mit Fritz Haller und den visionären Projekten, mit denen er sich und auch seine Studierenden beschäftigte, war für OUBEY ein Glücksfall mit weitreichender Konsequenz. Er war von Hallers Projektaufträgen, vor allem aber auch vom freigeistigen Charakter seiner Persönlichkeit inspiriert und begeistert. Als Haller seinen StudentInnen die Aufgabe stellte, einen neuartigen Klappstuhl zu entwerfen, beschäftigte OUBEY sich nicht mit der Gestaltung des Stuhls, sondern mit der Mathematik des Gelenks. Dabei heraus kam das, was er den Rotationsvektor nannte. Haller kritisierte ihn nicht dafür, sondern meinte das sei hochinteressant, OUBEY solle daran weiterarbeiten. Der entschied sich dann aber für die Freiheit der Kunst. Die ermutigende Begegnung mit Haller und seinen visionären Projekten hat OUBEY jedoch nie wieder losgelassen.

Die Besiedlung des Weltraums stellt nicht nur in technischer, architektonischer und sozialpsychologischer Sicht eine historische Herausforderung dar. Sie wird ein Prüfstein sein für die Intelligenz der menschlichen Spezies und ihre Fähigkeit, aus den Erfahrungen der eigenen Geschichte tatsächlich zu lernen. Ob wir dazu in der Lage sind oder ob wir stattdessen die überkommenen, destruktiven Denk- und Handlungsmuster ins All exportieren werden, wird sich zeigen. Zweifel daran scheinen angebracht.

Möglicherweise könnte sich hier aber die Zusammenarbeit zwischen menschlicher und künstlicher Intelligenz als einmalige historische Chance erweisen und als Game Changer in dieser Pionierleistung zum entscheidender Erfolgsfaktor werden. Zu gerne wüsste ich, wie OUBEY das heute einschätzen würde.

Im Spark des MINDSPACE zum Thema „Raumkolonien“ erfahren wir immerhin, weshalb er davon überzeugt war, dass der Mensch in den Weltraum übersiedeln sollte – und das erzählt er dort in seiner originalen, im Jahr 1992 aufgezeichneten Stimme.

 

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Im OUBEY MINDSPACE gibt es sechs Räume. Jeder von ihnen enthält fünf verschiedene Mind Sparks, die ihrerseits verschiedene Impulse enthalten. Hinter jedem Spark und jedem Impuls steckt eine Geschichte, die uns mehr erzählt darüber wer OUBEY war und wie er war. Diese Geschichten werden hier von mir erzählt.

An dieser Stelle gilt mein Dank dem großartigen Team von Kubikfoto³ für die wunderbare Zusammenarbeit und ihre herausragende Leistung bei der audiovisuellen Gestaltung und Produktion des OUBEY MINDSPACE. Gemeinsam freuen wir uns darüber, dass der OUBEY MINDSPACE mit drei renommierten Preisen ausgezeichnet wurde, darunter vor kurzem mit dem Red Dot Design Award 2025.

 

 

 

Der Name des Künstlers ist OUBEY. Und die Frage nach den Quellen seiner Inspiration beantwortet ein virtueller Erlebnisraum: der OUBEY MINDSPACE. Auf interaktive, spielerische Weise kann man hier entdecken, was diesen Künstler begeisterte und inspirierte – von Astrophysik, Raumfahrt und ScienceFiction über Philosophie, Evolutionsgeschichte und Lyrik bis hin zur Musik, zur Filmkunst und der Welt der Comics. Durch immersive Erzählungen, visuelle Inhalte und persönliche Einblicke können die BesucherInnen OUBEYs Gedankenwelt kennenlernen und die interdisziplinären Verknüpfungen nachvollziehen, die in seiner Kunst zum Ausdruck kommen.

Die Erlebnisreise spielt sich auf zwei Monitoren ab – einem großen Bildschirm, auf dem die Gedanken in farbprächtigen Bildern, begleitet von Klangbildern, Musikstücken und Sounds lebendig werden. Und einem Touchscreen davor, auf dem jeder frei wählen kann, welchen der sechs atmosphärisch vollkommen unterschiedlich gestalteten Räume er oder sie zuerst besuchen möchte. In einem der Räume angekommen, eröffnen sich weitere Welten, die man durch Anklicken eines Punkts eröffnen kann. Dazu gibt es Artefakte aus dem Alltagsleben des Künstlers und es werden auch einige Hintergrundgeschichten erzählt.

Die Artefakte findet man, indem man kleine versteckte Polaroidfotos anklickt. Wenn man alle zwölf gefunden hat, öffnet sich der Link zu einer OUBEY MINDSPACE Playlist auf Spotify. Sie enthält alle Musikstücke aus dem MINDSPACE in voller Länge und dazu noch viele an der Musiktitel von Musikern und Komponisten und Sängern, die für OUBEY eine besondere Bedeutung hatten.

Für mich ist es das erste Mal, dass ich den OUBEY MINDSPACE in dieser Weise öffentlich präsentiere. Bisher steht er seit seiner Premiere im ZKM Karlsruhe seit März Menschen in aller Welt kostenfrei im Internet zur Verfügung. Und mehr als eine Million Menschen haben ihn via Internet seither bereits besucht. Nun kann ich selbst aber zum ersten Mal die unmittelbare Resonanz anderer Menschen auf diese innovative Präsentationsform miterleben. Das ist für mich ein ebenso intensives Erlebnis wie der Besuch des OUBEY MINDSPACE für die Gäste.

„Für uns war es ein Abenteuer, OUBEYs Welt digital neu zu erfinden“ sagte Ole Leifels von Kubikfoto³, dem Team, das den OUBEY MINDSPACE in zweijähriger Zusammenarbeit gemeinsam mit mir konzipiert und dann auch produziert hat. Hierfür wurden sie übrigens kürzlich erst mit dem begehrten Red Dot Design Award ausgezeichnet. Und er fügte hinzu: „Der MINDSPACE zeigt, dass Technologie nicht kühl sein muss. Sie kann durchaus berühren, neugierig machen und Brücken schlagen zwischen Kunst, Wissenschaft und Publikum“. Dass das so ist, haben bisher alle Gäste des Kulturbeutels bestätigt, die den OUBEY MINDSPACE besucht haben.

Das Kulturbeutel Festival im Alten Stadtsaal von Speyer bietet seinen Gästen in diesem Jahr den OUBEY MINDSPACE als Überraschung außerhalb des offiziellen Programms. Am Eingang zum Theater verbirgt sich hinter einem schwarzen Vorhang dieser Erlebnisraum der besonderen Art. Jeder kann ihn jeden Tag zwischen 17 und 19:30 Uhr besuchen, der Eintritt ist frei.
Am Sonntag, den 12. Oktober um 19:30 Uhr endet das Gastspiel des OUBEY MINDSPACE in Speyer.

WOCHENBLATT SPEYER, 6. Oktober 2025

Es stand angelehnt an die Wand seiner winzigen Wohnung und übte vom ersten Moment an eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf mich aus.

OUBEY nannte mir den Titel „Die Reise der Monaden“ und erklärte mir, Monaden seien kleinste, beseelte, eigenbewegte, unteilbare Teilchen im Universum, Geist und Materie zugleich. Obwohl physisch getrennt, seien sie alle für immer kommunikativ miteinander verbunden. Er war fasziniert von diesem metaphysischen Verständnis des Universums und der schöpferischen Genialität des Geistes, der es hervorgebracht hatte.

Dann sprach er über Newton und kritisierte die Begrenztheit von dessen mechanischer Weltauffassung, die impliziere, dass alles reversibel sein. Zum Glück habe Einstein das durch seine Einordnung der Newton´schen Mechanik zurechtgerückt. Natürliche Prozesse seien irreversibel. Dies zu erkennen mache einen entscheidenden Unterschied im Verständnis der Welt und ihrer dynamischen Komplexität. Das sähe auch Nobelpreisträger Ilya Prigogine so, dessen bahnbrechendes Buch „Dialog mit der Natur“ er gerade gelesen hatte.

Leibniz, Newton, Einstein, Prigogine – ein rasanter, eindrucksvoller Vortrag, frei aus dem Stand heraus gehalten an einem sonnigen Nachmittag!  Wenn OUBEY den geistigen Kontext seines Denkens und Schaffens mit mir, oft auch mit anderen teilte, waren das Sternstunden – meist im wahrsten Sinn des Wortes.

Es war nicht Leibniz, sondern sein wetteifernder Zeitgenosse Isaac Newton, der zu Lebzeiten Ruhm und Reichtum erlangte. Diese Tatsache bestärkte OUBEY in seiner kritischen Einschätzung der öffentlichen Wahrnehmung, wenn es um die Frage der Anpassung an den jeweiligen Zeitgeist und die jeweiligen Machtverhältnisse geht.

Im Unterschied zu Newton verstand Leibniz sich nicht sonderlich gut darauf, bei den hochwohlgeborenen Geldgebern seiner Zeit einen persönlichen Eindruck zu hinterlassen, der ihm Ruhm und Reichtum eingebracht hätte. Tag und Nacht mit seinen Ideen, Studien, Experimenten und Schriften beschäftigt, war er kein Mann der Öffentlichkeit. Er gewann dennoch Anerkennung und Bewunderung zu seiner Zeit, wurde aber doch nur von wenigen als das erkannt und verstanden, was er tatsächlich war: ein Universalgenie.

Aus all diesen und einigen Gründen mehr war für mich klar, dass es im OUBEY MINDSPACE für Leibniz und seine Monadologie einen Platz geben muss.

Interessanterweise kam nun in demselben Jahr, in dem der OUBEY MINDSPACE seine Premiere feierte, ein Film in die Kinos, der uns diesen Gottfried Wilhelm Leibniz als Denker und als Menschen näherbringt. „Leibniz – Chronik eines unvollendeten Bildes“ ist der Titel dieses Films von Edgar Reitz.

Der Film ist anspruchsvoll. Das ist gut so. Kammerspielartig gekonnt in Szene gesetzt, gewährt er im Blick auf die Entstehung eines Portraitgemäldes von Leibniz zugleich einen Einblick in dessen Verhältnis zu Kunst und Wahrheit.

Der beauftragte etablierte Hofmaler, den Zeitgeist des frühen 18. Jahrhunderts verkörpernd, möchte, dass Leibniz sich so inszenieren lässt wie er sich das vorstellt. Trotz aufrichtigem Bemühen, es dem Künstler recht zu machen, gelingt ihm das jedoch nicht. Der Versuch scheitert. „Ihr seid kein Freund der Kunst“ meint der Maler. „Aber der beste Freund der Wahrheit“ entgegnet das Modell.

An die Stelle des Hofmalers tritt eine als Mann getarnte, noch unbekannte junge Künstlerin. Ihr geht es um die Wahrheit im Bild. Sie sucht erst mal das richtige Licht im Raum, möchte das Wesen von Leibniz lebendig ins Bild zu bringen. Mit ihrer Aussage „Was ich nicht verstehe, das kann ich malen“, verschafft sie ihm, der alles zu verstehen versucht, einen Moment sprachlosen Staunens.

„Der Grund der Kunst ist die Kunst selbst“ lässt der Film Leibniz sagen. Ein Grundsatz, dem OUBEY in seinem künstlerischen Schaffen immer gefolgt ist.

Dem Film von Edgar Reitz hätte OUBEY größte Aufmerksamkeit geschenkt. Allein schon deshalb, weil er den Regisseur der elfteiligen Chronik „HEIMAT“, einem wahren Meisterwerk filmischer Erzählkunst, bewunderte. Vor allem aber auch, weil dieser herausragende Regisseur sein filmisches Spätwerk ausgerechnet dem genialen Geist gewidmet hat, dem OUBEY sich selbst so verbunden gefühlt hat.

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Im OUBEY MINDSPACE gibt es sechs Räume. Jeder von ihnen enthält fünf verschiedene Mind Sparks, die ihrerseits verschiedene Impulse enthalten. Hinter jedem Spark und jedem Impuls steckt eine Geschichte, die uns mehr erzählt darüber wer OUBEY war und wie er war. Diese Geschichten werden hier von mir erzählt.

In diesen kosmischen Nebelformationen, von denen es unzählige in unserem Universum gibt, sammelt sich der explodierte „Staub“ gestorbener Sterne und wird zum Entstehungsgebiet neuer Sterne. Kosmisches Recycling nennen es die einen, Kinderstube der Sterne die anderen.

Während wir den 7000 Lichtjahre entfernten Adlernebel nur durch das Auge von Weltraumteleskopen sehen können, lässt sich der Pferdekopfnebel aufgrund seiner relativen Nähe zur Erde von hier aus mit einem ausreichend starken Teleskop entdecken und bestaunen.

Im Jahr 1987 widmete OUBEY dem Pferdekopfnebel ein Bild, das beim Betrachten aus nächster Nähe immer wieder aufs Neue ins Staunen versetzt. Denn erst dann erkennt man im grafitgrauen Krakelee der Staubwolken die hauchdünnen Äderchen, die das matt schimmernde Gold des kosmischen Hintergrunds erkennen lassen. Über allem und durch alles hindurch schweben leuchtend rote Wolkengebilde, die den Kern des Bildes umgeben.

Das Bild entstand ohne einen einzigen Pinselstrich oder irgendeine andere manuelle Einwirkung des Künstlers. Im Entstehungsprozess lag – wie immer – die beschichtete Hartfaserplatte waagerecht auf dem Boden. So wurde nicht nur die Handschrift des Künstlers ausgeschaltet, sondern auch die äußere Einwirkung der Erdgravitation aufs Minimum reduziert. „Mir ist es wichtig, dass meine Bilder befreit sind von der Handschrift des Künstlers“ sagte OUBEY selbst. Aus diesem Grund hat er auch keins der Bilder aus dieser Schaffensperiode jemals signiert. All seine „malerischen“ Werke der 80er Jahre entstanden konsequent nach diesem Grundsatz. Im „Pferdekopfnebel“ gelang ihm dabei eine Präzision und Detailtiefe wie wohl in keinem anderen Bild.

Es ging OUBEY nicht um ein Abbild. Dafür gibt es fotografische Aufnahmen von Weltraumteleskopen. Es ging vielmehr darum, für sein inneres Bild, seine Vision vom Pferdekopfnebel einen künstlerischen Ausdruck zu finden und damit diesen wunderbaren kosmischen Ort auf seine Art zu würdigen. Schließlich entstehen im Weltall aus dem Staub gestorbener Sterne nicht nur permanent neue Sterne. Auch jegliches Leben auf dieser Erde, unsere eigene Spezies eingeschlossen, verdankt seine Existenz diesem ganz besonderen Stoff.

 

„Das ist wahrhaftig kosmische Kunst“ meinte jemand beim Anblick dieses Bildes. Sie ist zwar Ausdruck von OUBEYs inniger Verbundenheit mit dem Kosmos, die er schon in sehr jungen Jahren entwickelte. Sein Werk als „Kosmische Kunst“ zu bezeichnen wäre ihm jedoch nicht einmal im Traum eingefallen. Kunst ist Kunst. Kosmos ist Kosmos.

So findet sich in einem Spark des OUBEY MINDSPACE folgerichtig Beides wieder: Der Kosmos in Gestalt des Pferdekopfnebels und die Kunst in Gestalt von OUBEYs gleichnamigem Bild.

Als ich in den ersten Jahren des MINDKISS Projekts immer wieder mal mit Menschen sprach, die den Kunstbetrieb viel besser kennen als ich, machte ich die Erfahrung, dass es eine weit verbreitete Meinung gibt, Kunst müsse sich einordnen lassen können. Manche meinten, durchaus wohlwollend, es brauche einen Namen, der den Ansatz oder die Ausrichtung von OUBEYs Werk kurz „auf einen Nenner“ bringt.

Aus einer Vermarktungsperspektive heraus betrachtet, mag das plausibel erscheinen. Die unglaubliche Vielfalt von OUBEYs Werk macht eine solche Kategorisierung jedoch unmöglich. Für das MINDKISS Projekt ist das kein Problem. Im Gegenteil. Es repräsentiert in seiner Vorgehensweise ja selbst eine Vielfalt, für die es kein Etikett gibt.

Einer, der das in seiner Begegnung mit einem Original von OUBEYs Bildern sofort erkannte und ebenso analytisch wie emotional zum Ausdruck brachte, war Prof. Peter Kruse. Wie er sich das ihm bis dahin vollkommen unbekannte Bild erschlossen hat, zeigt das Video von dieser Begegnung auf eindrucksvolle Weise.

Erst viele Jahre nach der Entstehung des „Pferdekopfnebels“ kam OUBEY im Jahr 2004 mit seinen StarPixels auf das Thema der Sterne zurück. Tausend Sterne werde er malen, kündigte er im März 2004 an. In diesem Jahr hätte ich ihm zu Weihnachten endlich ein Teleskop geschenkt. Eins, mit dem man vom Schwarzwald aus den Pferdekopfnebel mit eigenen Augen sehen kann.

Beim Besuch in einem Kohlebergwerk, als ich vor einigen Jahren einmal 800 Meter unter Tage durch ein enges Flöz kroch, entdeckte ich im Schein meiner Grubenlampe den Abdruck eines Farns in einem Stück Kohle. Ich war wie gebannt, hob das Fundstück auf, nahm es in meine linke Hand und kroch einhändig weiter durch das Flöz. Bis heute bewahre ich den Findling in Ehren auf.

Als ich den in der Steinkohle fossilierten Farn in OUBEYs Hände legte, war er von dieser unerwarteten Begegnung mit den Urzeiten unserer Evolutionsgeschichte genauso berührt wie ich.

Zu unserer Freude hatten wir bereits lange Zeit zuvor übereinstimmend festgestellt, dass Farne unsere Lieblingspflanzen sind. Einfach nur faszinierend schön: Wie aus dem schneckenförmig eingerollten Trieb ein breit gefächerter, riesengroßer Fächer erwächst, an dessen Unterseite sich fein ordentlich aufgereiht viele kleine Samenkerne befinden, die für die Verbreitung der Pflanze sorgen. Ein Meisterwerk der Natur!

Anhand des Farns erklärte OUBEY mir die Fibonacci-Folge, die der italienische Mathematiker Leonardo Fibonacci im 13. Jahrhundert in der Struktur verschiedener Pflanzen und Tiere wiederfand. Bereits die alten Griechen hatten diese mathematische Reihe entdeckt und daraus die Regel des „Goldenen Schnitts“ abgeleitet – allerdings ohne sie auf die Pflanzenwelt anzuwenden.

Ist Mathematik die Sprache des Universums, die wir Menschen lediglich entdecken und zu verstehen versuchen? Oder ist sie eine Erfindung des menschlichen Gehirns? Eine der vielen spannenden Fragen, um die es in unseren Gesprächen immer wieder ging.

Was OUBEY aber zutiefst beeindruckte, war die Tatsache, dass diese Pflanze alle Erd- und Naturkatastrophen der letzten 400 Millionen Jahre überstanden hat und somit nicht nur im fossilen Zustand, sondern bis heute auch „leibhaftig” in der freien Natur als eindrucksvolles Zeugnis der Evolutionsgeschichte weiterlebt.

Für mich war deshalb klar, dass es im Weißen Raum des OUBEY MINDSPACE auf jeden Fall einen „Spark“ zur Evolutionsgeschichte geben muss, der dem Farn als 400 Millionen Jahre altem Erdbewohner den Moment der Aufmerksamkeit und des Respekts schenken würde, den es verdient.

Das Bild im Header dieses Beitrags zeigt das Farn, wie es im Mind Spark zur Evolution erscheint.

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Im OUBEY MINDSPACE gibt es sechs Räume. Jeder von ihnen enthält fünf verschiedene Mind Sparks, die ihrerseits verschiedene Impulse enthalten. Hinter jedem Spark und jedem Impuls steckt eine Geschichte, die uns mehr erzählt darüber wer OUBEY war und wie er war. Diese Geschichten werden hier von mir erzählt.

Als der außergewöhnliche Künstler und Mensch OUBEY in jungen Jahren vollkommen unvorhersehbar aus dem Leben gerissen wurde, blieb ein wertvoller Schatz im Verborgenen zurück: sein künstlerisches Werk. Diesen „hidden treasure“ seines Lebenswerks sichtbar zu machen und Resonanzen darauf zu sammeln, war der erste Anspruch des MINDKISS Projekts.

Mit wachsendem Interesse an OUBEYs Kunst wuchs auch die Neugier auf ihn als Mensch und als Persönlichkeit. Jahrelang antwortete ich auf Fragen nach ihm schlicht: „Schaut euch seine Bilder an. In ihnen findet ihr alles über ihn, was wirklich wichtig ist.“

Zugleich kam tief in mir selbst der Wunsch auf, anderen einen angemessenen Zugang zu OUBEYs faszinierender interdisziplinärer Wissens- und Gedankenwelt zu eröffnen. Angemessen sowohl im Blick auf die Neugier der Fragenden, wie auch auf OUBEY selbst, der ihre Fragen ja nicht mehr direkt beantworten kann.

Eine klassische Biografie kam für mich nicht infrage. Stattdessen wollte ich eine spielerische Möglichkeit schaffen, OUBEY in seinen vielen, sich scheinbar widersprechenden Facetten zu entdecken und kennenzulernen – und das so nah und authentisch wie möglich an seinem Wesen und seiner eigenen Lust am Forschen und Entdecken.

Jahrelang suchte ich nach einem passenden Konzept. Die Experimente mit Virtual Reality und KI-Technologie im MINDKISS Projekt zwischen 2019-2022 brachten mich schließlich auf eine Idee: einen interaktiven Erlebnisraum zu schaffen, in dem jeder auf unterhaltsame und ästhetische Weise in OUBEYs Gedankenwelt eintauchen kann.

Da OUBEY ja selbst ein technischer Pionier war und bereits in den 80er Jahren mit seinem PhotonPainting innovative Computerkunst am Amiga 500  erschaffen hatte, wusste ich, dass ihm dieser Ansatz gefallen würde – wenn er denn nur professionell umgesetzt wird und seinen eigenen hohen Ansprüchen gerecht wird an das, was er selbst als „Referenzklasse“ bezeichnete.

Glücklicherweise fand ich für die Verwirklichung dieser verwegenen Idee zum richtigen Zeitpunkt genau die richtigen Partner. Als Ole Leifels und das Team von Kubikfoto³ zusagten, begann das großartige Abenteuer gemeinsamer kreativer Arbeit. Es war ein intensiver Prozess kongenialer Gestaltung, erfüllt von Begeisterung und der puren Lust am Tun.

Das Ergebnis heißt OUBEY MINDSPACE und feierte am 25. März 2025 im ZKM Karlsruhe seine Premiere. Seitdem haben über das Social Web bereits zigtausend Menschen weltweit den OUBEY MINDSPACE besucht. Diese enorme Resonanz erfüllt mich mit Freude  – nicht nur wegen der beeindruckenden Zahlen, sondern weil wir damit nun einen neuen, universellen Zugang zur Welt von OUBEY geschaffen haben. Eine Ausdrucksform, die ihm inhaltlich wie künstlerisch gerecht wird und jetzt schon Menschen allen Alters in aller Welt begeistert.

Genau das war immer schon der Anspruch von OUBEY MINDKISS. 15 Jahre lang kamen wir ihm Schritt für Schritt näher. Mit dem OUBEY MINDSPACE machen wir nun einen großen Sprung in öffentlicher Aufmerksamkeit und Interesse – und doch ist auch das nur ein Anfang. Noch liegt ein bedeutender Teil von OUBEYs Werk im Verborgenen und wartet darauf, in den kommenden Jahren das Licht der Welt zu erblicken und entdeckt zu werden.

Meine Hoffnung ist, dass diese steigende öffentliche Resonanz auch mediales Interesse und Partnerschaften mit passenden Institutionen nach sich zieht, um OUBEYs Kunst und den Geist, der in ihr steckt, noch weiter in die Welt zu tragen. Das wäre wunderbar, dem Werk angemessen – und sicherlich ganz in seinem Sinne.

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Mit großem Dank an Kubikfoto³ für die kongeniale Zusammenarbeit. Der Header ist ein Screenshot aus dem OUBEY MINDSPACE: https://mindspace.oubey.com 

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