Interessanterweise kreuzen sich in der Erforschung der Frage was Musik eigentlich ist und welche Bedeutung ihr im kosmischen Zusammenspiel zukommt, seit jüngster Zeit die Wege so unterschiedlicher Wissenschaften wie der Astrophysik, der Mathematik, der Hirnforschung und der Musikforschung. Die Komplexität von Sein und Werden im Kosmos kann nur interdisziplinär erforscht werden. Dass so etwas vermeintlich Banales wie die Musik sich hierbei als Schlüssel zu einem Sesam an ganz neuen Erkenntnissen zu erweisen scheint, versetzt heute Viele in Erstaunen. Wenn man OUBEYs gedanklichen und künstlerischen Spuren folgt, ist das allerdings nicht so überraschend.

Stellt man z.B. die einfache Frage, was die bloßen Töne und Geräusche von dem unterscheidet, was wir Klang oder Musik nennen, befindet man sich bei der Suche nach der Antwort schon inmitten der Verknüpfung dieser verschiedenen Wissenschaften. Aus einem Ton wird ein Klang, wenn durch die Schwingung des Tons mehrere Obertöne ausgelöst werden wie dies beispielsweise der Fall ist, wenn die Tastenhämmer eines Klaviers dessen Saiten anschlagen, oder der Bogen über die Saiten einer Violine streicht. Es entsteht eine ganze Resonanzreihe, die strengen mathematischen Regeln folgt. Eine solche Schwingung ist also mit Hilfe des Gehirns zu Musik gewordene Mathematik.

Die Hirnforschung zeigt, dass der auditive Cortex nach Tonhöhen geordnet ist wie ein Klavier. Unterschiedliche neuronale Gebiete bearbeiten die verschiedenen Teilaspekte der Musik: Hohe Töne, tiefe Töne, Rhythmus etc. Es heißt, dass es keine kognitive Funktion in unserem Gehirn gibt, die nicht irgendwie mit Musik zu tun hat.

Und die Astrophysik wirft neuerdings die Frage auf, ob Musik möglicherweise sogar das Herz aller Materie sein könnte. Es heißt, dass selbst die schwarzen Löcher Töne haben. Sie liegen allerdings 57 Oktaven unterhalb dessen, was wir hören können. Folgt man der String-Theorie, dann sind Strings die kleinsten Bausteine des Universums, unvorstellbar winzige Fäden aus Energie, die sich in permanenter Schwingung befinden, etwa so wie die Saiten einer Violine oder eines Klaviers, wenn sie angeschlagen werden.

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Frei flottierende Strings – eine Computeranimation aus dem Video “Was Einstein noch nicht wußte”

Ist unser Universum möglicherweise eine grandiose kosmische Sinfonie, komponiert aus den Schwingungen der Strings?

Video Quelle: http://www.youtube.com/watch?v=Si8erALNaHE

Wenn Ihnen Ihr OUBEY Kalender 2011 noch immer gefällt, dann brauchen Sie ihn zum Jahreswechsel nicht abzuhängen, denn es gibt für 2012 ein neues „Kalendarium“: Zwölf neue Sticker in Grün und mit veränderter Geometrie dokumentieren den Fortgang der Zeit.

Die Sticker bekommen Sie auf Anfrage kostenlos zugeschickt – solange der Vorrat reicht. Ganz einfach hier anklicken und eine e-mail schicken. Ob mit oder ohne Kalender – wir wünschen Ihnen ein gutes neues Jahr und freuen uns, wenn Sie OUBEY und dem MINDKISS Projekt auch weiterhin verbunden bleiben.

Die Turbulenzen, insbesondere wenn starke Winde die Wolken und Wellen vor sich hertreiben und auftürmen, waren für OUBEY deshalb etwas, das ihn immer sehr interessiert und auch fasziniert hat. Keine Welle gleicht der anderen. Keine Welle ist vorhersagbar im Sinne der mathematischen Berechnung. Ihre Choreografie existiert nur für einen Augenblick, besteht aus permanentem Werden, permanenter Veränderung.

Immer wieder ist zu lesen, der Mensch müsse lernen, die Komplexität, in der er lebt, endlich besser zu beherrschen. Dabei ist es doch ein Wesensmerkmal der Komplexität, dass sie nicht beherrschbar ist. Das macht es interessant genug, sich näher mit dem Surfen zu beschäftigen. Denn beim Surfen geht es nicht darum, die Wellen zu kontrollieren oder zu beherrschen. Es geht darum, das Meer intuitiv zu verstehen. „Ein guter Surfer muss das Meer lesen können. Er. nimmt immer die richtige Welle, wird eins mit dem Naturelement, verschmilzt mit ihm“ sagt Frédéric Shiffter. Er nennt es deshalb auch ein „mystisches Erlebnis“.

Es ist die Klugheit des Augenblicks, von der die Sophisten sprechen und die für den Surfer in existenzieller Weise darüber entscheidet, ob er weiterhin mit der Welle gleitet oder ob er stürzt oder gar im Strudel der Welle, die ihn erfasst, untergeht. Hier ist die Vorahnung für den richtigen Moment, der so nicht mehr wiederkehrt, von entscheidender Bedeutung. Shiffter nennt das „so etwas wie eine intuitive Wissenschaft vom richtigen Augenblick“.

Also handelt der Surfer aus einem Nicht-Wissen heraus, das sogar viel mehr noch ein „Nicht-Wissen-Können“ ist. Er muss angesichts der Unvorhersagbarkeit der Welle ganz und gar auf die Intelligenz seiner Intuition, auf die Klugheit des Augenblicks vertrauen. Und das in jeder Sekunde aufs Neue. Beim Surfen auf Riesenwellen, wie es der legendäre Laird Hamilton zelebriert, kann diese Intuition in manchen Momenten über Leben und Tod entscheiden.

Zitate und Bilder dieses Blogs stammen aus dem web-Beitrag von arte TV und aus Frédéric Shiffter: Kleine Philosophie des Surfens.

“Bei Flut fuhren die Hawaiianer mit ihren Brettern aus Balsa- und Sequoiaholz hinaus aufs Meer, um die einlaufenden Wellen, die nach ihrem Verständnis göttliche Wesen des Meeres waren, zu begleiten, bis diese, am Strand angekommen, ihr Leben aushauchten.” ‘He’e nalu’ ist der polynesische Ausdruck für das Gleiten auf der ablaufenden Welle. Die Welle ist die Gottheit, die ihrem Tod entgegengeht und das Gleiten auf der auslaufenden Welle gleicht einem Totentanz, der die Wellen zur Wiederkehr einladen und damit den Kreislauf des Lebens aufrechterhalten soll, damit das Meer sich nicht dauerhaft zurückzieht.

Der französische Philosoph und Literat Frédéric Shiffter hat eine “Philosophie des Surfens” geschrieben. Für ihn ist das gekonnte Surfen ein mystisches Erlebnis. “Man wird eins mit dem Naturelement, verschmilzt mit ihm”. Die instinktiv sichere Vorahnung des Surfers für die richtige Welle, den richtigen Moment, der so nicht mehr wiederkehrt, hat für ihn auch etwas mit Trauer zu tun, “mit der Melancholie, die in jeder Welle steckt”.

“Eine Welle stirbt nicht im Verborgenen, sondern zelebriert ihren Untergang unter den Augen der Menschen. Wenn sie sich dem Ufer nähert, dessen letzte Hürde aus Sand oder Felsen sie nehmen muss, so bäumt sie sich in einer letzten Drohgebärde noch einmal auf, um gleich darauf mit einem dumpfen Rumpeln zusammenzubrechen, das im langen Donnern einer im Wirbel zerfallenden Ruine ausläuft. Die Welle endet, wenn sie im fließenden Weiß am Fuße eines Felsens verschäumt oder vom Sandstrand aufgesogen wird. Dann verflüchtigt sich ihre Seele in der Gischt, die die Gesichter der Schaulustigen benetzt und manchmal sogar ihre Brust. Dann tut die Welle ihren letzten Atemzug im Herzen eines Sterblichen und Melancholie ist ihre letzte Verkörperung.”

Ist Melancholie das, was von einer Welle im Herzen des Menschen übrig bleibt? Weil uns unbewußt klar ist, dass wir dem letzten Augenblick eines ersterbenden Elements beiwohnen? So wie beim Aushauchen des letzten Tons von Tschaikowsky´s Pathétique?

Die Zitate stammen aus Frédéric Shiffters Buch “Petite Philosophie du Surf” und aus einem Beitrag auf arte tv vom 20.11.2011. Mehr dazu auf arte.tv.

Die Antwort auf diese Fragen eröffnet uns sowohl die Wunderwelt des Kosmos, der uns umgibt, als auch die Wunderwelt unseres eigenen Körpers, insbesondere unseres Gehirns.

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Das beginnt mit der Tatsache, dass unser Kosmos ganz wesentlich aus unterschiedlichsten Wellen besteht und dass wir zumindest einige Frequenzen dieser elektromagnetischen Wellen empfangen, d.h. hören oder sehen können. Es geht weiter mit dem filigranen Aufbau unseres empfindlichen Hörorgans, durch den diese Wellen erst wirklich zu dem werden, was unser Gehirn als einen Klang wahrnimmt und führt bis hin zum Entstehen unterschiedlichster Gefühle, die durch diese Klänge in unserem Gehirn ausgelöst werden, insbesondere dann, wenn es sich um musikalische Klanggebilde wie Akkorde und Harmonien handelt.

Mit dem Prozess der Entstehung von Bewusstsein durch die Verwandlung von Klangwellen im Gehirn hat sich OUBEY in drei Skizzen beschäftigt, die er „Musikalisch-Topographischer Versuch“ nannte.

Durch die Musik können wir von der beschwingten Freude bis zur tiefen Traurigkeit, von den Schauern der Ehr- und Gottesfurcht bis hin zur explosiven Energieentladung im Tanz geraten. Wir können mit ihr so sehr verschmelzen, dass wir mit dem Vergehen des letzten Tons kollektiv verstummen anstatt zu applaudieren, wie im letzten Blog beschrieben. Das kann Musik bewirken! Für die so entstandenen Gefühle gibt es keine andere, „realere“ Ursache als die, dass ein entsprechender Klang durch unser Ohr ins Gehirn vorgestoßen ist. Das ist schon mehr als erstaunlich. Und haben wir erst einmal erlebt, welche Gefühle und Stimmungen unterschiedlichste Musik in uns freisetzt, können wir uns von da an bewusst dafür entscheiden uns ein bestimmtes Gefühlserlebnis zu verschaffen, indem wir zum Beispiel die Mondscheinsonate von Beethoven oder die Nonenakkorde von Brian Wilson hören.

Auch wenn wir all diese Wirkungszusammenhänge eines Tages wissenschaftlich soweit erforscht haben, dass wir sie vollständig erklären können, bleibt unsere Freiheit, den eigenen Geist mit Hilfe der Musik auf den Wellen des Kosmos reiten zu lassen, hiervon unberührt. Das ist gut so.

Wer Tschaikowsky´s 6. Sinfonie, auch „Pathétique“ genannt, kennt, der kennt das Verschwinden ihrer letzten Töne in der Lautlosigkeit des Nichts. Als ob ein Herz aufhört zu schlagen. Ein Ende, das in die Unendlichkeit führt.

Im voll besetzten Festspielhaus Baden-Baden, wo diese Sinfonie am 28. Oktober vom Marijinsky Orchester unter Leitung von Valery Gergiev gespielt wurde, herrschte nach dem Verklingen ihres letzten Tons im Publikum anhaltende atemlose Stille. Nichts regte sich. Kein Applaus.

Was für ein Moment des Ausnahmezustands in einer Welt, in der wir von laut jubelnder Begeisterung umgeben sind, die oft schon ausbricht, wenn auch nur der erste Ton erklingt! Hier herrscht tiefe Ruhe. Was für eine Macht übt der Klangzauber dieser Sinfonie auf unsere Gefühle aus! Und geht dabei doch niemals zu weit! Ein Balanceakt vollendeter Kompositionskunst.

Die „Pathétique“ war Tschaikowsky´s letztes Werk. Als er sie schuf, war der Tod in seiner Nähe. Er starb wenige Tage nach ihrer – nicht erfolgreichen – Uraufführung. Vielleicht öffnet ihre Klangwelt deshalb scheinbar ein Tor in die nächste Welt, deren Nähe uns im begeisterten Erstaunen verstummen lässt? Wenn man lernen will, die Angst vorm Verschwinden in der Vergänglichkeit allen Seins zu verlieren, kann diese Musik auf jeden Fall dabei helfen.

Alle vier Sätze der 6. Sinfonie kann man sich hier anhören oder herunterladen

Werner Herzog lässt mit seinem neuesten Dokumentarfilm vergessen geglaubte Träume unserer Vorfahren, die mehr als 30.000 Jahre in der Versenkung der Zeit verschwunden waren, ins Bewußtsein unserer Welt des 21. Jahrhunderts zurückkehren. „Die Höhle der vergessenen Träume“ heißt der Film über die großartigen Wandmalereien von Chaveau. Er läuft heute in deutschen Kinos an.

Einen ausführlichen Blogpost hierzu gab es bereits am 10. Juli, nachdem ich dank einer freundschaftlichen Einladung die Gelegenheit hatte, den Film in einer New Yorker Aufführung zu sehen, bei der Werner Herzog selbst zugegen war und ein wenig über die Beweg- und Hintergründe dieser Produktion erzählte. Wem dieser Blogbeitrag etwas sagt, dem wird auch „Cave of Forgotten Dreams“ etwas sagen.

 

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Die deutsche und englische Ausgabe erfreut sich bereits großer Beliebtheit. Nun gibt es aktuell zur Buchpräsentation im Rahmen von Sagmeisters Pariser Ausstellung auch eine französische Version

„Ich übernehme nur Projekte, von denen ich persönlich überzeugt bin“ sagte Stefan Sagmeister, als ich ihn im November 2005 fragte, ob er eventuell bereit wäre, die Gestaltung des ersten Buches über einen jung verstorbenen und bis dahin unbekannten Künstler namens OUBEY zu übernehmen. Um dies entscheiden zu können, wollte er deshalb erst einmal Bilder aus dem Werk dieses Künstlers sehen.

Also kam ich im Juni 2006 wieder und zeigte ihm in seinem New Yorker Studio eine Auswahl an 150 Bildern aus OUBEYs umfangreichem und vielfältigem Werk, sprach mit ihm ausführlich über die Idee meines Projekts. Er sagte „Ja“ und schlug spontan das Konzept von „fünf Bänden in einem Schuber“ vor. Das war der beste Vorschlag, den ich mir vorstellen konnte. Vom ersten Moment an war da ein Geist der Kongenialität für mich spürbar. Irgendwann kam die Frage auf, wie das Buch heißen soll, und ich schlug den Titel MINDKISS vor – so hatte OUBEY seine erste und einzige Ausstellung im Jahr 1992 genannt. Die Wortschöpfung stammt von ihm. Sagmeisters Antwort auf diesen Vorschlag war kurz und eindeutig: „MINDKISS – that’s it“.

Als ich zwei Jahre später dann den Prototyp des spektakulären 3D-Schubers zum ersten Mal sah, bestaunte ich ihn immer und immer wieder, denn so etwas hatte ich bis dahin in meinem Leben noch nie gesehen. Das ist ein Aspekt dessen, was ich kongenial nenne: Dieser Schuber ist genauso faszinierend, wild und eigenwillig wie OUBEY es war und die Gestaltung der fünf Bände ist genauso vielfältig, farbenfroh und dennoch konsistent in sich wie sein großes Werk.

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Letzteres hat Stefan Sagmeister mit dem „Topsy Turvy Bus“ getan, der im Jahr 2004 von Freiwilligen durch die USA gefahren wurde mit dem Ziel, das Budget des Pentagons um 15% zu kürzen und auf die Bildung zu übertragen. Was der Idee, die Welt auf den Kopf zu stellen, in diesen Zeiten leider schon ziemlich nahekommt.

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Diese Fahrt, symbolisch in einer filmischen Endlosschleife festgehalten, ist zu sehen als Teil der aktuellen Sagmeister Ausstellung im „Musèe Arts Decoratifs“ des Pariser Louvre. Der ebenso eigenwillige wie erfolgreiche Designer zeigt dort bis zum 19. Februar 2012 seine Arbeiten der letzten sieben Jahre. Wenn man gerade in Paris ist und Spaß an feinsinnigen Überraschungen aus der Referenzklasse hat – auf jeden Fall anschauen!

Bei dieser Gelegenheit kann man übrigens auch das OUBEY MINDKISS Buch sehen, mit dem Stefan Sagmeister einen geradezu kongenialen Rahmen für den ersten öffentlichen Auftritt von OUBEYs Kunst außerhalb des Internets geschaffen hat. Dieses Buch, bestehend aus fünf Bänden in einem spektakulären 3D-Schuber, wurde letztes Jahr in der limitierten Edition von 1000 nummerierten Exemplaren erstmals weltweit veröffentlicht. Es wurde seither mit drei herausragenden internationalen Design Preisen ausgezeichnet.

Wer nicht nach Paris kommt, kann sich hier gerne auch eine komplette e-book Version des Buchs anschauen.. Weitere Infos über die Ausstellung gibt es hier and hier.

Darin würdigt sie nicht nur das derzeit in Paris ausgestellte Werk von Stefan Sagmeister, sondern auch das künstlerische Vermächtnis von OUBEY.

Rund 100 Bilder aus OUBEYs Werk sind in dem von Sagmeister gestalteten Buch „OUBEY MINDKISS“ zu sehen, das zu den Exponaten seiner Pariser Ausstellung gehört.

Den kompletten dpa-Bericht gibt es hier. Mehr über die Sagmeister-Ausstellung auch im aktuellen Blogpost.

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Sagmeister Banner vor dem Musée Arts Decoratifs
Zu den „Exponaten gehören auch die preisgekrönten Kunstbücher mit Bildern des Deutschen OUBEY“ schrieb die dpa in ihrer Vorankündigung zur Ausstellung vom 10. Oktober. Weiter heißt es dort: “Sagmeister hatte OUBEY nicht mehr kennengelernt, ist aber von der Vielfalt und Thematik dessen Werks begeistert.“ Den kompletten dpa-Bericht finden Sie hier.

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Das OUBEY MINDKISS Buch erregt mit seinem spektakulären Schuber im 3D-Design auch in Paris wieder einmal große Aufmerksamkeit bei den Besuchern.

Wer ohnehin überlegt, wieder einmal nach Paris zu fahren, sollte das am besten in der Zeit bis zum 19. Februar 2012 tun, denn so lange ist die Ausstellung dort noch zu sehen. Und wer das OUBEY Buch gerne mal in der Hand halten und im Original anschauen möchte, findet es im Bookstore des Museums.

„Es ist vielleicht auch eine Reminiszenz an den Grenzcharakter, die universelle Konstante der Lichtgeschwindigkeit, die uns Menschen vom physischen Erleben des Universums trennt. Diese Konstante behält uns in einer Art Quarantäne, deren Grenzen wir nur mit Hilfe der Phantasie überwinden können“, meinte er selbst dazu einmal.

Wie diese Grenzen mit Hilfe der Phantasie überwunden werden können, zeigt die Science Fiction. Aber auch ein Wernher von Braun hat sich vor mehr als vierzig Jahren Gedanken über die Erreichbarkeit der Sterne gemacht, die weit über die Grenzen des technisch Machbaren hinaus in die Regionen dessen vorstoßen, was wir Phantasie nennen. Damals sprach er von einer „Photonenrakete“, mit der man – wenn es sie gäbe – in Lichtgeschwindigkeit durchs All reisen kann, um während der Dauer eines Menschenlebens einen Fixstern in 1000 Lichtjahren Entfernung erreichen zu können. „Es wäre notwendig, eine Rakete zu ersinnen, in der die gesamte Masse M des zugeführten Treibstoffs´ in Strahlungsenergie E verwandelt wird, nach der berühmten Einstein´schen Beziehung: E = M·C². Das Ausströmprodukt so einer `Photonenrakete´ wäre ein Strahlungsstrom, und die Ausströmgeschwindigkeit würde natürlich der Lichtgeschwindigkeit C entsprechen“. Das klingt sehr plausibel, doch „das Problem besteht darin, dass kein Mensch weiß, wie man eine Photonenrakete bauen kann“.

Ein weiteres Problem stellt sich hinsichtlich der Konsequenzen, die eine Reise mit Lichtgeschwindigkeit für das Leben des reisenden Menschen hätte. Da sich der Zeitablauf eines Objekts, das sich der Lichtgeschwindigkeit annähert, gegenüber dem Zeitablauf eines stationären Beobachters (z.B. auf der Erde) zunehmend verlangsamt bis es beim Erreichen der Lichtgeschwindigkeit zum vollkommenen Zeitstillstand kommt, würde für einen Menschen, der mit Lichtgeschwindigkeit im All unterwegs ist, die Zeit nie vergehen. Dieser Effekt würde es für einen Astronauten möglich machen, von der Erde zu einem Fixstern, der sich in 1000 Lichtjahren Entfernung befindet, in einer Zeitspanne zu gelangen, die er als 13,2 Jahre ansehen würde. Inklusive der Rückreise wäre er insgesamt 26,4 Jahre unterwegs – wenn er nirgendwo verweilt. Diese Expedition ließe sich also durchaus im Zeitrahmen eines Menschenlebens durchführen. „Das Problem ist nur“, schreibt von Braun, „dass während seiner Abwesenheit auf der Erde mehr als 2000 Jahre vergangen sein würden. Es könnte ihm deshalb passieren, dass er nach seiner Rückkehr in einem Zoo endet.“

Dergleichen Probleme haben die Neutrinos vermutlich nicht. Wie man aufgrund der Versuche im Teilchenbeschleuniger des CERN in Genf seit drei Wochen weiß, sind Neutrinos ja wohl noch einen Hauch schneller unterwegs als das Licht. Wer weiß, vielleicht gibt es ja dann in 50 Jahren doch noch diese superschnelle Rakete – angetrieben durch Neutrinos …?

So beginnt die bis heute andauernde Geschichte von PERRY RHODAN, die vor 50 Jahren am 8. September 1961 als Band 1 der Heftromanserie erstmals erschienen ist. Acht Jahre später wurde mit der ersten Landung von Menschen auf dem Mond zur faszinierenden Realität, was unser Verständnis von Welt und Weltraum gravierend verändert und eine Erforschung des Universums in Gang gesetzt hat, die uns heute auf wissenschaftlicher Basis in Vorstellungswelten hineinversetzt, die man 50 Jahre zuvor als reine Science Fiction bezeichnet hätte.


Links: Titelbild für den Heftroman Nummer 1 von Johnny Bruck; Rechts:Rückseite dieser Ausgabe

Was mich an der Perry Rhodan Serie besonders beeindruckt, ist diese unbändige Kraft, die aus der Begeisterung für eine Idee erwächst, wenn man nur wirklich an diese Idee glaubt. Was 1961 wohl kaum einer für möglich gehalten hat, ist wirklich geworden: Seit 50 Jahren erscheint Woche für Woche ein neuer Heftroman der PERRY RHODAN Serie, mittlerweile parallel in mehreren Auflagen, weltweit.

„Machen wir eine kleine Zeitreise und versetzen uns in das Jahr 1960. Die Schäden aus dem Zweiten Weltkrieg sind noch überall präsent. Auf den Straßen fahren nur wenige Autos, es gibt in den Städten reichlich Parkplätze. Telefone wiederum findet man nur selten, höchstens in den Städten jeweils eines pro Haus; in ländlichen Gegenden telefoniert man nur im Postamt. Auch Fernseher finden sich noch nicht in jedem Haushalt. Man trifft sich zum Fernsehen bei Verwandten oder in Lokalen, oder man steht vor einem Fachgeschäft, wo im Schaufenster das einzige Fernsehprogramm läuft“. In diese graue Zeit hinein entwerfen ein paar Menschen in Deutschland die wilde Idee für eine wirklich zukunftweisende Science Fiction-Romanserie.

Millionen von Menschen in den verschiedensten Ländern lesen diese Romane, engagieren sich in ihren Leserkommentaren zu inhaltlichen, wissenschaftlichen und technischen Fragen, fordern die Autoren heraus. Und vor allem freuen sie sich von Woche zu Woche auf die Fortsetzung der Geschichte und haben sehr viel Spaß dabei.

Ich war zugegebenermaßen schon ein wenig erstaunt, als sich im Laufe meiner Arbeit für OUBEY MINDKISS in den letzten Jahren einige hochkarätige Wissenschaftler als Perry Rhodan-Leser zu erkennen gegeben haben, nachdem ich Ihnen erzählt hatte, dass Perry Rhodan mehr als dreißig Jahre lang ein fester Bestandteil von OUBEYs regelmäßiger Lektüre war. Und dabei glänzte auch in ihren Augen die von Herzen kommende Begeisterung, die dieser ganzen Idee seit ihren allerersten Anfängen innewohnt. Der leider viel zu jung verstorbene Exposé Autor Robert Feldhoff hat es einmal so ausgedrückt: „Perry Rhodan ist eine Angelegenheit des Herzens. Keine Affäre, sondern lebenslänglich.“

Alle Zitate stammen aus dem Band „ALLMÄCHTIGER! Faszination Perry Rhodan. Hrsg. von Eckhard Schwettmann. Erschienen 2006 bei Koch International.

Nach „Gold“ und „GREGOR“ (Preis der Jury) bei der 61. Internationalen Kalenderschau erhielt der Kalender, der in Kooperation zwischen E&B engelhardt und bauer (Druck), MAGMA Brand Design (Konzept und Gestaltung) und dem OUBEY MINDKISS Projekt entstanden ist, das renommierte “Certificate of Typographic Excellence”, eine der wirklich wichtigen Auszeichnungen im Bereich des Grafik Design.

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Auf den Fotos, die uns von der Ausstellungseröffnung am 19. Juli in New York zur Verfügung stehen, ist zwar leider der Kalender nicht zu sehen, dafür aber unter anderem Stefan Sagmeister (dessen Gestaltung des OUBEY MINDKISS Buchs ebenfalls bereits mit drei hochkarätigen internationalen Design Awards ausgezeichnet wurde) im Gespräch mit Niklas Troxler und Fons Hickmann.

Mehr dazu finden Sie hier.

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