Als ich dann vor der Aufgabe stand, sein bis dahin verborgen gebliebenes Vermächtnis an die Öffentlichkeit zu bringen, war das für mich zunächst eine schwierige Situation, denn ich wollte auf keinen Fall in die Rolle kommen, nun diejenige sein, die sich zu seinem Werk äußert und den Eindruck erweckt, als könne sie seine Bilder erklären. Und natürlich wollte ich in OUBEYs Sinne handeln und seiner Haltung treu bleiben. Also  war ich nicht an Erklärungen interessiert. Vielmehr fragte ich mich, wie es gelingen könnte, seine Bilder in einen hochwertigen Prozess des Entdeckens aus vielfältigen und interessanten Perspektiven heraus zu bringen. Wäre hier die Meinung eines Kunstexperten oder eines anderen Künstlers hilfreich?

Meine Antwort auf diese Frage lautete: Nein! Stattdessen reiste ich mit den Bildern zu Personen, die sich professionell mit den gleichen Themen und Fragen auseinandersetzen wie OUBEY: Astronomen, Astrophysiker, Biologen, Mathematiker, Quanten- und Komplexitätsforscher, Musiker, Philosophen und Komponisten. Mit den Erkenntnissen dieser Wissenschaften hatte auch OUBEY sich zeit seines Lebens auf sehr hohem Niveau auseinandersetzt. Im Laufe der Begegnungen zeigte sich, wie richtig meine Entscheidung für diesen Weg gewesen war. 

Filterfreies Kunsterleben

„Ich muss Sie warnen: Ich habe keine Ahnung von Kunst!“ war oft die erste Aussage, bevor jemand sich auf das „Encounter“-Erlebnis mit einem bis dahin unbekannten Bild von OUBEY vor laufender Kamera einließ. Meine ehrliche Antwort in diesen Fällen war jedes Mal dieselbe: „Wunderbar! Genau deshalb bin ich heute mit diesem Bild hier bei Ihnen.“

„Unmittelbarkeit ist für meine Bilder das Entscheidende“, meinte OUBEY einmal. Unmittelbarkeit entsteht in der direkten, ungefilterten, emotionalen Begegnung zwischen Bild und Betrachter. Genau das kennzeichnet die „Encounters“ mit OUBEY, die als Videodokumentationen online zu sehen sind. Sie zeigen ein ungewöhnliches, breites und enorm  abwechslungsreiches Spektrum an ebenso fundierter wie spontaner Resonanz – frei von jeglichem Anspruch auf  Kunstexpertise.

Musik wirkt anders 

Wenn wir von Kunst reden, denken wir meist erst einmal an Malerei. Denken wir aber zum Beispiel mal an die Musik und die Möglichkeiten, die ein jeder Mensch heutzutage hat, Musik zu hören wann immer und wie oft er will. Das geht mit der Malerei so nicht. Ich kann mir zwar auch zuhause Bilder anschauen, die online stehen oder in Kunstbüchern abgebildet sind – doch beim Fahrradfahren, Walken oder anderen Aktivitäten kann ich sie nur schwerlich anschauen, Musik dagegen kann ich sehr wohl hören. 

Musik erreicht die Menschen einfacher und direkter als jede andere Kunstart. Das gilt nicht nur für die medial vermittelte Musik. Auch Konzerte haben eine eigene Qualität und emotionale Dynamik, die sich von Kunstausstellungen deutlich unterscheidet. Auch im Musikbetrieb gibt es natürlich die Filterfunktion eines Expertentums ähnlich den Kunstexperten im Galeriebetrieb oder Kunsthandel. 

Doch seit Menschen ihre musikalischen Präsentationen auf YouTube online stellen können, hat sich hier eine Freiheit, so etwas wie eine bis vor kurzem noch unbekannte Demokratisierung durchgesetzt. Jeder kann hochladen, jeder kann runterladen. Views, Likes, Shares und Downloads sind Ausdruck der unmittelbaren Reaktion auf das Gehörte bzw. Gesehene durch eine breite weltweite Öffentlichkeit. 

Man könnte jetzt natürlich einwenden, das sei dann ja nur noch „Massengeschmack“. Dabei sollte man aber nicht vergessen, dass hinter jeder dieser Reaktionen ein Individuum steht, dem das, was es sieht hört oder sieht gefällt oder nicht gefällt. Das ist zwar so nicht einfach auf die Malerei übertragbar. Doch die Erfahrungen, die ich bisher mit der Nutzung des Internets zur Verbreitung von OUBEYs Kunst gemacht habe, bestätigen mich darin, diesen ungewöhnlichen und innovativen Weg weiter zu gehen und den so entstandenen Resonanzraum Schritt für Schritt zu erweiterten.

In Sachen Kunst ist ein Gefühl schon ein guter Einstieg

Selbstverständlich ist es gut und wichtig, dass auch Experten sich zu Wort melden, wenn es um Kunst geht. Es ist aber ebenso gut und wichtig, sich erst einmal seine eigene Meinung zu bilden. Umso interessanter ist es, sich später dann auch eine Expertenmeinung anzuhören und mit der eigenen Meinung abzugleichen. Oft genug haben übrigens ja auch verschiedene Experten sehr unterschiedliche Meinungen über dieselbe Sache. 

Deshalb finde ich es gut, wenn Menschen sich im Museum die Zeit und die Freiheit nehmen, sich die Ausstellungsstücke in Ruhe anzuschauen und sich erst einmal selbst fragen „Welche Gedanken und Gefühle löst das Bild in mir aus? Was lese und erkenne ich selbst darin?“ Denn bei allen intellektuellen Überlegungen, die dabei auch eine Rolle spielen, ist es zu allererst immer eine Gefühlsreaktion, die uns mit einem Kunstwerk verbindet. 

Den Entdeckungen folgten die praktischen Auswirkungen in immer kürzer werdenden Abständen. Dieser Entwicklungsprozess konzentrierte sich lange Zeit auf den Planeten Erde – den bislang einzigen uns bekannten Planeten, auf dem Milliarden von Menschen, Tieren, Pflanzen und anderen Existenzen leben können – einfach so wie die Schöpfung sie hervorgebracht hat. Die Erde ist und bleibt bis auf weiteres erst einmal der einzige Planet im Milchstraßensystem, auf dem wir und die Vielfalt all der zigtausenden von erdenspezifischen Arten ohne High-Tech Ausrüstung leben und überleben können.

Und obwohl das Glück dieser Tatsache mit jedem Jahr unserer wachsenden Erkenntnis immer klarer zu Tage tritt, scheint es uns gleichzeitig immer schwerer zu fallen, ein Verhältnis freundschaftlicher Koexistenz zu entwickeln zu diesem einzigartigen Planeten unserer Galaxie, der uns ein solch wunderbarer Heimatplanet ist. Man kann nun einwenden, dass die Natur ja auch uns gegenüber nicht immer freundschaftlich agiert, wenn sie mit Hurricanes, Tsunamis, Erdbeben, Vulkanausbrüchen oder Überschwemmungen über uns hereinbricht und auf einen Schlag tausende oder gar hunderttausende von Leben auslöscht.

Doch auch unsere „ancient ancestors“, wie die Maori Neuseelands ihre Vorfahren bezeichnen, wurden von der Natur herausgefordert, z.B. durch Eiszeiten heimgesucht, die vermutlich kein heute lebender Mensch überleben würde – jedenfalls keiner, der in den westlichen Industriegesellschaften aufgewachsen ist, versorgt mit allem, was das Leben angenehm macht, von der Nahrung bis zur wärmenden Heizung im Haus. Es gab schon härtere Zeiten für Menschen und andere Lebewesen auf der Erde als die, in der wir heute gerade leben. Und doch behandelten sie die Erde, soweit wir das heute wissen, mit liebevollem Respekt.

Nun suchen wir nach neuen potenziellen Heimatplaneten innerhalb und außerhalb unseres Sonnensystems. Das ist gut so. Wenn es nicht gut oder sinnvoll wäre, hätte es die Evolution nicht soweit kommen lassen. Davon war OUBEY überzeugt und davon bin auch ich überzeugt. Die Antriebskraft dieser Suche ist die tief in uns lebende Sehnsucht nach einer größeren, weiteren Heimat – der Heimat, der wir eigentlich entstammen und die uns zugleich doch auch immer noch fremd und in ihrer unendlichen Weite ebenso fremd wie unerreichbar geblieben ist. Das ist die kosmische Heimat, in der die Universen, Galaxien und Sterne zuhause sind, denen wir – als irdische Wesen auf dem Planeten Erde – unsere Existenz verdanken. Ist doch klar, dass wir die Ursprünge unserer Herkunft nicht nur erforschen, sondern auch dorthin zurückkehren wollen.

Doch die Zeit wird uns als Menschen weiterhin in der Quarantäne behalten, von der OUBEY einst sprach. Sollte diese Grenze je überschritten werden, dann wird sie von Wesen überschritten werden, die sich von uns heutigen Menschen durch die Entwicklung und Verbindung mit künstlicher Intelligenz auf eine so elementare Weise unterscheiden werden, wie wir es bisher nur aus Science Fiction Romanen kennen. Das sind dann nicht mehr wir wie wir heute existieren. Das werden ganz andere Wesen sein. Auch das könnte aus evolutionsgeschichtlicher Sicht durchaus gut und sinnvoll sein. Interessant ist diese Perspektive allemal.

Denn diese neuen Heimaten werden wir nur finden, wenn wir unsere Lebenszeit um ein Vielfaches verlängern können. Das wird, wie es aussieht, bereits in wenigen Jahren oder spätestens in ein bis zwei Jahrzehnten Realität sein. Daraus wird sich unausweichlich eine aktualisierte Version des ewigen Menschheitstraums von der Unsterblichkeit ergeben und vielleicht wird eine Art vorläufiger Unsterblichkeit eines Tages für den Zukunftsmenschen sogar tatsächlich erreicht sein. Wie sich das im Zusammenwirken mit künstlicher Intelligenz gestaltet, werden wir sehen.

Absolute Unsterblichkeit jedoch wird es niemals geben in diesem Universum und auch in keinem anderen. Absolute Unsterblichkeit wäre das Ende jeder Evolution. Weshalb aber sollte die Evolution ihr eigenes Ende vorantreiben – nur weil sie einer Spezies namens Mensch vor ein paar zigtausenden von Jahren das Bewusstsein ihrer eigenen Sterblichkeit in den Kopf gesetzt hat? Und damit auch den Traum individueller Unsterblichkeit? Wenn es etwas gibt, woran ich glaube, dann ist es die innere Logik der Entstehungsgeschichte von Allem, uns Menschen eingeschlossen – mit all ihren uns bislang noch unlogisch erscheinenden Widersprüchen und Unzulänglichkeiten. Mag sein, dass wir für eine Periode von 35.000 oder 40.000 Jahren wichtig und nützlich gewesen sein werden für diese Evolution. Aber auch diese Zeit wird ein Ende haben. Auf der Erde und zunehmend auch im Sonnensystem, dem unsere Erde angehört, haben wir uns einen auf uns selbst bezogenen, homozentrierten Bedeutungsraum geschaffen. Das geozentrische Weltbild der Antike haben wir in der Renaissance durch das heliozentrische Weltbild überwunden und zur selben Zeit auch das homozentrische Weltbild der Neuzeit entwickelt – womöglich eine Kompensation für die Erkenntnis des Bedeutungsverlusts der Erde im heliozentrischen Weltbild? Wenn klar ist, dass sich die Sonne nun nicht mehr um die Erde dreht sondern umgekehrt, dann steht doch wenigstens der Mensch im Mittelpunkt des Ganzen als „Master and Commander“. Durch die Erkenntnisse der Astronomie und Astrophysik sowie der physikalischen Grundlagenforschung der letzten Jahrzehnte ist dieses Bild theoretisch zwar längst überholt, hat praktisch-faktisch jedoch immer noch eine gewaltige Wirkungsmacht.

Spätestens seit wir vor etwa einem halben Jahrhundert erstmals Bilder von unserm „Blauen Planeten“ gesehen haben, wie er freischwebend im Weltall steht, ist das Bewusstsein von der Bedeutung unserer Existenz in einen neuen Bezugsraum der Relativität hinein geraten. Die Bilder, die uns das Hubble Space Telescope aus weit entfernten Räumen des Alls sendet, machen für unser Auge wahrnehmbar, was sich Lichtjahre entfernt von unserem Wahrnehmungsfeld abspielt. Und dabei wird klar: Für das Universum in seiner ganzen unermesslichen Größe, Weite und Tiefe sind wir nicht von Bedeutung. Sagt auch der weltbekannte Astrophysiker und Kosmologe Prof. Lawrence Krauss. Unserem Bewusstsein täte es also gut, sich in ein kosmozentrisches Weltbild hineinzubewegen, das dem heutigen Erkenntnisstand über unsere Bedeutung im kosmischen Zusammenhang gerecht wird. Damit verbunden wäre eine Neudefinition unserer Rolle in diesem kosmischen Bezugssystem: Demut gepaart mit einer weiterentwickelten Form des Selbstbewusstseins. Das würde uns vielleicht auch endlich den Weg öffnen, manches anders und besser zu machen – nicht nur auf dieser Erde, sondern auch bei den bevorstehenden Expeditionen ins Weltall.

Ergänzend hierzu finden Sie im National Geographic vom März 2018 einen interessanten Artikel über die Veränderung des Weltbilds von Astronauten, die die Erde vom All aus gesehen haben: https://www.nationalgeographic.com/magazine/2018/03/astronauts-space-earth-perspective/

Parallel dazu finden wir in unserer Gesellschaft häufig die Auffassung: Was teuer ist, das muss auch wertvoll sein. Oder warum sonst meinen viele, eine teure Jeans müsse viel besser sein als eine billigere? Oft ist es nur der Markenwert eines Produkts, der den Preisunterschied zwischen materiell gleichwertigen Waren bestimmt. 

Diffiziler geht die Bewertung von Unternehmen an der Börse vor sich. Auf der Basis von Annahmen über die zukünftige Entwicklung des Aktienwerts eines Unternehmens entscheidet die Psychologie des Anlegerverhaltens darüber, von welchem Unternehmen Anteile erworben oder verkauft werden. Die Frage, ob ein Unternehmen solide und nachhaltig wirtschaftet, klug in die Zukunft investiert und somit einen reellen Wert darstellt, spielt hierbei unter dem Gesichtspunkt der spekulativen Gewinnerwartung keineswegs immer die ausschlaggebende Rolle. 

Wie ist das bei der Kunst?

Wie aber verhält es sich mit dem Verhältnis zwischen Wert und Preis in der Kunst? Hier finden wir meist eine Kombination aus beiden Mechanismen. Hat ein Künstler für sich und sein Werk den Bekanntheitsgrad einer starken Marke erreicht, dann wird für dasselbe Werk, das einst nur einen geringen Preis erzielt hat, ein Vielfaches gezahlt – oft auch in der Annahme, dass der Wert der Werke dieses Künstlers auf dem Kunstmarkt weiter steigen wird. Kunst als Geldanlage. 

Insbesondere für junge unbekannte Künstler ist die Prognose eines Galeristen oder Kunsthändlers über die voraussichtliche zukünftige Wertentwicklung ihres Werks gegenüber kaufinteressierten Personen von existenzieller Bedeutung. Hier greift dieselbe Psychologie des Wettens wie sie bei den Anlegern zu finden ist. Niemand weiß, ob es so kommen wird –wie der Experte sagt. 

Schaffensfreiheit als Luxus

Dank OUBEY wurde mir klar, dass Kunst, die ausnahmsweise das Glück hat, in vollkommener Freiheit vom Markt zu entstehen, eine sehr seltene, ganz eigene Qualität entwickeln kann. Und wenn diese so entstandene Kunst dann auch nicht käuflich ist und deshalb keinen Preis hat, kann sich diese Freiheit auch auf den Betrachter übertragen und der Begegnung mit dem Werk eine ebenso außergewöhnliche und selten zu findende Qualität verleihen, wie sie im Entstehungsprozess vorhanden war. 

Diese Freiheit kann man als eine besondere Art von Luxus empfinden. Das Beispiel des großartigen Malers Vincent van Gogh zeigt jedoch, dass dieser vermeintliche Luxus der Schaffensfreiheit durchaus mit großen Entbehrungen verbunden sein kann. Er verkaufte zu Lebzeiten kaum ein Bild, war in der Sicherung seiner Existenz ganz auf die finanzielle Unterstützung durch seinen Bruder angewiesen. Aus einer ungewollten Freiheit heraus schuf er Bilder von herausragender Qualität, die in ihrem Stil ebenso revolutionär wie einzigartig waren. Heute erreichen dieselben Bilder, die vor 150 Jahren keiner haben wollte, Höchstpreise auf Auktionen. Der wahre, immanente Wert der Bilder war zur Zeit ihrer Entstehung jedoch bereits derselbe wie heute. Er besteht unabhängig von jedem Preis.

Wertschätzung, die von innen kommt

Wenn kein Preis den Wert eines Kunstwerks festlegt, ist der Weg frei für eine andere, immaterielle Wertschätzung, die von innen kommt. Es geht dann nicht mehr ums Besitzen, sondern ums reine Entdecken und Genießen. Deshalb verkaufe ich OUBEYs Bilder nicht, auch wenn ich immer wieder angefragt werde. Ich habe mich von dem BeWERTungssystem des kommerziellen Kunstbetriebs befreit. 

Der Wert von OUBEYs Kunst erweist sich für mich in der Resonanz der Menschen auf seine Bilder, wenn ich sie frei von jeder kommerziellen Spekulation in einen öffentlichen Prozess des Entdeckens durch andere Menschen bringe. Das ist ebenso experimentell wie befriedigend. Menschen sagen mir, dass der Anblick bestimmter Bilder sie glücklich macht. Das ist nicht in einem Geldwert berechenbar. Es ist ein persönlicher Lebensgewinn. 

Beobachten Sie mal Kinder, wenn sie spielen: Sie erschaffen sich im Spiel ihre ganz eigene Welt. Wir Erwachsenen nehmen das vielleicht nicht ernst und denken „sie spielen nur“. Doch für ein Kind liegt im Spiel immer auch eine Ernsthaftigkeit. Kinder bearbeiten und gestalten ihre Realitätserfahrung, indem sie beim Spielen ihre Fantasien und Vorstellungen ausleben. Das geschieht aus Lust und immer freiwillig. Niemand kann sie zwingen das zu tun.

Nur in Freiheit entsteht freie Kunst

Manche Menschen schaffen es, sich diese Fähigkeit als Erwachsene zu erhalten oder auch wiederzugewinnen, wie man am Beispiel von Picasso sieht. Es war die Wiedergewinnung der kindlichen Freiheit und Unbekümmertheit in seinem künstlerischen Tun, die er unbedingt wiedererlangen wollte. Denn Kunst, die aus einer solchen Freiheit heraus entsteht, hat eine ganz eigene, besondere Qualität und einen hohen Wert. Genau diese wichtige Erkenntnis steckt für mich in Picassos Aussage.

Doch der Kunstmarkt folgt anderen Regeln. Er ist, wie jeder Markt, auf Zweck ausgerichtet und folgt den Regeln der Geschäftswelt – und die wiederum ist eine Welt der Erwachsenen. Der Künstler will seine Existenz sichern, der Händler ein gutes Geschäft machen. Der Künstler soll verkaufsfähige Arbeiten abliefern, damit Geld verdient werden kann.

Doch wie bewahrt sich ein Künstler seine innere Freiheit, wenn er zweckgerichtet für den Markt produziert? Auf diese Frage gibt es keine allgemeingültige Antwort. Jeder Künstler muss diese Frage für sich selbst beantworten und entscheiden.

Die Macht der inneren Kraft

OUBEY beantwortete diese Frage für sich selbst nach seiner ersten, sehr erfolgreichen Verkaufsausstellung mit einem konsequenten zwölfjährigen Rückzug aus der Öffentlichkeit. „Wenn ich so weitermache, verliere ich die Quelle meiner Kunst“, sagte er wenige Tage nach der Vernissage zu mir. Und dann nahm er sich die Freiheit, die er brauchte, um weiterhin aus der zweckfrei sprudelnden Quelle seiner Schaffenskraft zu schöpfen. Er folgte der Macht seiner inneren Kraft. Er konnte und wollte sich nicht in das Korsett des Markts zwängen lassen.

So entstand im Verborgenen ein großes Werk, das nun ans Licht der Öffentlichkeit kommt. Und dies nur zu dem einen und einzigen Zweck: es den Menschen in aller Welt zugänglich zu machen.

Sie halten das für eine exotische Künstlergeschichte, die nichts mit Ihnen zu tun hat? Das glaube ich nicht. Ich glaube, es tut jedem Menschen gut immer wieder auch etwas zu tun, das keinen unmittelbaren oder materiellen Zweck verfolgt. Es tut gut, sich hin und wieder von aller Zweckorientierung zu befreien und etwas nur deshalb zu tun, weil es einen begeistert und interessiert – unabhängig davon, was andere vielleicht darüber denken.

Einige Gedichte haben dabei eine besondere Bedeutung und Wichtigkeit erlangt. Zu diesen Gedichten gehört für mich bis heute auch „Der Panther“.

 

Der Panther

Im Jardin des Plantes, Paris

Sein Blick ist vom Vorübergehen der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf—. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille—
und hört im Herzen auf zu sein.

Aus: Rainer Maria Rilke – Neue Gedichte (1907)

Germanisten haben die machtvolle Wirkungsästhetik dieses Gedichts aus dem meisterhaften Einsatz sprachlicher und nichtsprachlicher Elemente heraus mehr als einmal eindrucksvoll analysiert. Das ist gut so und von großem Wert.

In letzter Konsequenz liegt die besondere Ebene der Wirkungsästhetik dieses Gedichts für mich aber darin, dass ich, seit ich es vor sehr langer Zeit zum ersten Mal las, bis zum heutigen Tag keinen Zoo mehr besucht habe.

Die Grenzen der Zeit

Die vor ca. 25 Jahren entdeckten, mehr als 30.000 Jahre alten Zeichnungen an den Wänden der Höhle von Chauvet in Südfrankfreich, die Werner Herzog uns in seinem Dokumentarfilm „Cave of Forgotten Dreams“ dankenswerterweise zugänglich gemacht hat, rufen beim Betrachten trotz des unglaublich großen zeitlichen Abstands zum Moment ihrer Entstehung ein aufregendes Erlebnis der Nähe hervor. Als würde man in schwindelerregender Höhe auf einer geistigen Hängeseilbrücke tiefe Schluchten der Zeit überqueren. Als ob die Grenzen der Zeit für den Moment ihres Anblicks aufgehoben wären.

Eine seltene Freiheit

Diese prähistorischen Wandmalereien stehen für sich selbst. Darin sind sie OUBEYs Kunst ähnlich und sind ihr auch in einem anderen Aspekt auf ganz eigene Weise verwandt: Sie sind verborgene, über eine gewisse Zeit hinweg unberührt und ungesehen gebliebene Schätze. Ihre Existenz im Verborgenen hat ihnen eine Freiheit geschenkt, wie sie heute kaum noch irgendwo zu finden ist. Diese Freiheit steckt in ihnen und überträgt sich auf uns, wenn wir sie anschauen. Wir können sie in selten reiner Unmittelbarkeit entdecken, genießen und auf uns wirken lassen.

Von 2005 bis 2010 arbeiteten wir hinter den Kulissen mit dem Ziel, die öffentliche Präsentation eines ersten kleinen Teils von OUBEYs Werk professionell so vorzubereiten, dass der Auftritt in jeder Hinsicht zu OUBEYs Kunst- und Weltverständnis passt.

Mit dem Feuerwerk von Book Release, Experience Film und Web Opening begann am 23. März 2010 im ZKM Karlsruhe dann der Auftritt vor den Kulissen. Was seither entstanden und gewachsen ist, ist enorm. Es lässt sich auf OUBEYs Website, im Social Web und in der Karte des „Expanding Universe of OUBEY MINDKISS“ nachverfolgen.

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Das 5thAnniversary unserer Präsenz in einer weltweit wachsenden öffentlichen Wahrnehmung und Kommunikation haben wir letztes Jahr im Mai genau dort gefeiert, wo wir 2010 öffentlich gestartet sind: im ZKM Karlsruhe.

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Mehr Informationen

Nun ist es an der Zeit für eine Atempause. Wir werden uns Zeit nehmen, um nach den unglaublich vielfältigen und intensiven Erfahrungen, Erlebnissen und Erkenntnissen der letzten Jahre einmal innezuhalten. Darauf freuen wir uns.

Diese Atempause werden wir nutzen, um tiefer einzutauchen in die nächsten Welten von OUBEYs bisher unveröffentlichtem Werk, das immens groß ist. Dann werden wir mit neuen Bildern und Ideen auftauchen und wir freuen uns schon heute sehr darauf, diese Bilder und OUBEYs damit verbundene Ideen dann mit der Welt zu teilen. Wann das genau sein wird, legen wir nicht fest. Es ist ein ergebnisoffener Prozess, der seine Zeit braucht und wir werden ihm die Zeit geben, die er braucht.

Unser Blog bleibt in dieser Zeit aktiv. Hier werden wir auch weiterhin einen Artikel pro Monat veröffentlichen, der tiefer hineinführt in „OUBEYs World“ des Denkens und Schaffens und auch in die Welt des OUBEY MINDKISS Projekts.

Wir hoffen, Sie bleiben uns treu und verfolgen die Entwicklung interaktiv weiter.

Seine Erzählung wurde während eines langen Gesprächs im Vorfeld seiner ersten und einzigen Ausstellung im Jahr 1992 aufgezeichnet. Sie hatte sich rund zehn Jahre zuvor im Jahr 1981/82 am Institut für Industrielle Baukonstruktion der Universität Karlsruhe abgespielt, wo OUBEY damals Architektur studierte.

„Ein Jahr bevor ich an die Uni kam, hat Fritz Haller dieses ehemalige Eiermann-Institut übernommen, was ein großes Glück für mich war. Seine Aufgabenstellung im 2. Semester lautete, dass wir Regale und Möbel entwerfen sollten, die eine gewisse Veränderlichkeit als Eigenschaft haben.

Während ein Kommilitone, mit dem ich zusammenarbeitete, praktische Möbel entworfen hat, hab´ ich ein neues mathematisches Modell entworfen, mit axiomatischer Begründung: die sogenannten Rotationsvektoren. Also eine Mathematik, die auf der Vektorrechnung basiert, die aber anstatt der vektoriellen Darstellung, die linearen Strukturen über Punkte im Raum definiert, den Bewegungsaspekt in den Raum mit einbezieht.

In der ganzen Mathematik gab es noch kein entsprechendes Modell. Das habe ich damals entworfen. Eine ganz tolle Sache eigentlich. Ich bin mal gespannt, ob das irgendwann wichtig wird im 21. Jahrhundert. Das wäre eine neue Mathematik im Prinzip. Also nicht mehr 1+1=2, sondern die 1 ist dann eine Form. Also eine universelle Form, die man nicht mit anderen Formen addieren müsste.

Und das wurde akzeptiert. Haller hat das akzeptiert als Ergebnis für Klappmöbel. Er meinte, das sei extrem interessant, daran solle ich weitermachen. Das wäre im Prinzip das Wichtigste überhaupt. Ich kam auf dieses Modell, um Möbel zu berechnen, Klappmöbel, landete aber in neuen Beschreibungen des universellen Raums. So bin ich eigentlich immer. Ich fange irgendwo an zu knobeln über Ameisen und komme letztlich dann auf die komischsten Ideen. Ich kann nichts dagegen tun. Das ist meine Natur.

Ich hab´ ja eigentlich nur gemerkt, was passiert, wenn man Gegenstände im Raum falten will, um sie in eine kleinere Form zu bringen, damit sie vielleicht besser verstaubar sind. Das Praktische ist aber in den Hintergrund getreten. Mir ging´s ja darum: Was passiert eigentlich an diesen neuralgischen Punkten, wenn Flächen oder Stuhlbeine gedreht sind? Und da habe ich gemerkt, dass man mit der normalen Mathematik nicht mehr auskommt. Sondern dass man im Prinzip jedem Gelenk eine Mathematik mitgeben müsste, die diese Gelenkfähigkeit umschreibt.

Und man kann ja erst mal eine generelle Gelenkfähigkeit machen, indem man erst mal eine Mathematik zu diesem Rotationsvektor definiert. Und dann besteht diese Mathematik darin, diese universelle Möglichkeit geometrisch einzuschränken. D.h. man macht keine Mathematik mehr, indem man etwas aufbaut, indem man etwas addiert und eine Formel erzeugt dazu, etwa ein Hebelgesetz „qm hoch 2, geteilt durch 8“ etwa, womit man die Belastung des Gelenks beschreibt, die Schnittkräfte, indem man die Kräfte beschreibt, die in dem Träger sind, sondern man macht universelle Mathematik.

Ich wollte damals Funktionen von Möbeln berechnen, von Klappmöbeln, kam aber in neue Beschreibungen des universellen Raums. So bin ich eigentlich immer. Ich fange irgendwo an zu knobeln über Ameisen und komme letztlich dann auf die komischsten Idee. Ich kann nichts dagegen tun. Das ist meine Natur.“

OUBEY machte dann aber nicht mit den Rotationsvektoren weiter, sondern wandte sich anderen interessanten Fragen und immer mehr auch der Kunst zu.

Die Begegnung zwischen einem Mathematiker und OUBEYs Kunst stand von Anfang an auf meiner Wunschliste des Encounter Projekts. Im September 2011 war es so weit: Prof. Karl Sigmund, in seinen Fachgebieten ein Mathematiker von Weltrang, begegnete in Wien einem Bild von OUBEY.

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Dabei ging es in dieser Begegnung interessanterweise dann kaum um Mathematik. Hier kann man das Video von diesem Encounter anschauen.

 

Warum funktioniert die Anwendung der Mathematik in der Wissenschaft so gut und wie ist es möglich, dass die Mathematik unser sichtbares Universum so hervorragend beschreibt – fragte selbst ein Albert Einstein. Das spiralförmige Gehäuse einer Nautilusschnecke ähnelt der spiralförmigen Anordnung von Galaxien. Was hat das zu bedeuten?

Alles was physisch existiert, scheint aus Zahlen und Gleichungen zu bestehen. Die Zahl der Blütenblätter einer Blume folgt demselben Prinzip wie die Zahl der Samen im Kopf einer Sonnenblume, wie die Unterseite eines Tannenzapfens oder die idealen Proportionsverhältnisse eines menschlichen Gesichts.

Die Zahlen 2, 3, 5, 8, 13, 21 … spielen hier eine besondere Rolle. Das zugrundeliegende Prinzip ist die sogenannte Fibonacci Folge, benannt nach dem italienischen Mathematiker Leonardo da Pisa, auch Fibonacci genannt. Er entdeckte im 13. Jahrhundert, dass bestimmte Zahlen in der Natur besonders häufig vorkommen. Mathematisch ausgedrückt sieht das so aus: Man beginne mit dem einfachsten: 1+1= 2 und addiere dann immer die letzten beiden Zahlen, also 1+2=3, 2+3=5, 3+5=8, 5+8=13, 8+13=21, 13+21=34 usw. Eine Spielerei? Ja, irgendwie schon. Aber eine Spielerei mit Bedeutung. Befinden wir uns womöglich in einem gigantischen universalen Spiel? OUBEY, dem selbst komplizierteste mathematische Angelegenheiten keinerlei Mühe bereiteten, gefiel diese Vorstellung.

Mit der berühmten Zahl Pi verhält es sich ähnlich. Jeder kennt sie, aber wer weiß schon, was sie wirklich bedeutet? Sie sagt uns, welche Farben in einem Regenbogen erscheinen und wie sich ein eingestrichenes „C“ auf dem Klavier anhören sollte.

Bereits Pythagoras, dessen nach ihm benannten Satz die meisten von uns kennen und viele vermutlich sogar zitieren können, erforschte die Verwandtschaft zwischen Mathematik und Musik: Oktave, Quinte und Quarte sind durch das mathematisch beschriebene Längenverhältnis schwingender Saiten bestimmt – 2:1 bei der Oktave, 3:2 bei der Quinte und 4:3 bei der Quarte. Und auch im Lauf der Planeten um die Sonne findet sich ein finden sich feste Zahlenverhältnisse.

Es scheint offensichtlich, dass bestimmte Zahlenverhältnisse Balance und Harmonie erzeugen. Sind sie Ausdruck einer verborgenen Ordnung in der Natur, die – so wie es aussieht – letztlich aus Zahlen besteht? „Das Universum ist in der Sprache der Mathematik geschrieben“ sagte Galilei dereinst. Und so wie es aussieht hatte er Recht.

Galilei findet sich auch in OUBEYs folgender Zeichnung vom Anfang der 1980er Jahre, in der er die Namen der Forscher, Wissenschaftler und Philosophen festhielt, deren Gedanken, Entdeckungen, Erfindungen und Vorhersagen aus seiner Sicht eine Schlüsselfunktion für das Verständnis unseres Seins haben und die ihm aus dem Stand einfielen.

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Von Pythagoras und Platon über Galilei, Newton, Leibniz und Einstein bis hin zu den unzähligen Forschern und Wissenschaftlern unserer Zeit bleibt uns ein wachsender Fundus an Erkenntnissen und Entdeckungen, die durch konsequentes Zählen, (Be)Rechnen und Schlussfolgern in Formeln und Prinzipien fixiert wurden, auf deren Grundlage Wissenschaftler heute ein Roboterfahrzeug von der Größe eines Autos auf dem Mars oder eine Rosetta Sonde auf einem Kometen landen lassen können – ferngesteuert von der Erde in die weiten Tiefen des Alls.

Faszinierend an der Mathematik ist nicht zuletzt auch, dass sie schier unglaubliche Vorhersagen treffen kann, die sich bewahrheiten, sobald der Mensch die Technik entwickelt hat, die dazu in der Lage ist, ihre Richtigkeit zu beweisen.

Als der Planet Uranus vor 200 Jahren von seiner bisherigen Umlaufbahn um die Erde abwich, führten mathematische Berechnungen zu der Annahme, dass diese Abweichung durch die Gravitation eines anderen Planeten verursacht sein muss – ein unbekannter Planet, der bis dahin niemals gesichtet worden war. So wurde – rein mathematisch – Neptun entdeckt lange bevor wir ihn sehen konnten.

Ähnlich war das auch mit der Vorhersage von Peter Higgs, der aufgrund mathematischer Berechnungen vor mehr als 50 Jahren vorhersagte, dass ein ganz neues Teilchen – ein Urbaustein des Universums – entdeckt werden kann, sobald Menschen in der Lage sind eine Maschine zu bauen, die es ermöglicht, atomare Teilchen mit annähernder Lichtgeschwindigkeit aufeinanderprallen zu lassen. Der gigantische Teilchenbeschleuniger des CERN in Genf hat dies vor drei Jahren geschafft. Das Teilchen trägt nun Higgs´ Namen und er selbst erhielt den Nobelpreis dafür.

Nun wurde vor kurzem aufgrund mathematischer Berechnungen die Existenz eines neunten Planeten in unserem Sonnensystem „vorhergesagt“. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis diese neue Vorhersage der Mathematik auch sichtbar gemacht werden kann. Das kann dann schon mal 100 Jahre dauern, wie im Fall der von Albert Einstein in seiner Relativitätstheorie 1915 vorhergesagten Gravitationswellen. Ihre Existenz konnte dieser Tage nachgewiesen und wurde der Öffentlichkeit am 12. Februar 2016 erstmals präsentiert.

Ist Mathematik eine naturgegebene Wahrheit oder hat sie etwas damit zu tun wie wir Menschen die Natur wahrnehmen? „Für mich ist das einfach ein faszinierendes Rätsel. Ich kenne die Antwort nicht“, sagte Andrew Lankford von der University of California in einem Interview, das er im tiefen Tunnel des LHD im CERN gegeben hat. Genauso geht es mir heute auch.

Wie wunderbar wäre es gewesen, hätte nur ein einziger Mathematiklehrer im Unterricht auch nur ein einziges Mal eine dieser Fragen gestellt anstatt uns die Formeln mathematischer Erkenntnis unerklärt eintrichtern zu wollen. Meine Gehirnzellen wären ganz sicher schlagartig in den Modus höchster Aufmerksamkeit gegangen. Ich wäre neugierig geworden und hätte womöglich vor vielen Jahren bereits wenigstens eine leise Ahnung davon bekommen, was Mathematik eigentlich oder möglicherweise ist und sein kann. Man muss ja nicht alles verstehen oder beherrschen, aber man sollte wenigstens die Bedeutung dessen erkennen, was man nicht versteht oder beherrscht.

Umso glücklicher ist meine Erinnerung daran wie OUBEY mir eines Nachts im Winter 1983 das Prinzip und den Sinn der Vektorrechnung klarmachte. Damals begann ich mich zum ersten Mal in meinem Leben für Mathematik zu interessieren.

Quellen:
ARTE TV vom 12.02.2016: The Great Myths of Math — hhorak.de — de.wikipedia.org — Sam/Wikipedia — Jack Rustin – Beeindruckendes.de

 

First visit in July 2015, meeting our partners at NIAAD Kampala, co-creating an exciting concept.

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From left: Dr. Bruno, Eirik Jarl Trondsen, Dagmar Woyde-Koehler, Dr. Kizito

We made it possible and let it happen: Two days with OUBEYs art at NIAAD Kampala

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Paintings and equipment are ready for travelling to Uganda

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Three busy days at NIAAD: Preparing the exhibition …

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… preparing 60 canvasses for the workshop …

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Transforming  NIAAD´s Gallery by covering the floor with a huge black carpet

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Friday, 18 December 2015: The Workshop begins – a unique experience for all of us

About 60  participants from all over Uganda come to NIAAD to express their resonance on OUBEYs paintings artistically by creating their own paintings.

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This painting stays at NIAAD in rememberance of OUBEY and the great experience with his art

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These three paintings are going to travel further along with the Global Tour

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Exhibition Day on 19 December

Opening speeches by Dr. Bruno, Eirik Jarl Trondsen and Dagmar Woyde-Koehler and two touching songs performed by the beautiful voice of Marci Onsinyo

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Relaxed atmosphere inside while viewing, listening, talking and exploring OUBEYs work

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Relaxed atmopshere outside while eating, drinking, talking and enjoying a sunny afternoon

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Open Encounters: More than 30 guests wanted to give it a try and got a special kick from this so far unpublished painting by OUBEY

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Click here to get an overview by a two-minute speedmove, and here to see the video of the Open Encounter of a ten year old boy with this painting by OUBEY.

Dr. Kizito, founding director of NIAAD, and Eirik Jarl Trondsen, who made the contact between OUBEY MINDKISS and NIAAD, did an “Encounter with OUBEY” themselves

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Let´s see what comes next …

Drei der so entstandenen Bilder werden nun künftig gemeinsam mit OUBEYs Bildern auf der Global Tour mitreisen.

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Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für ihre Mitwirkung und ihre persönliche Resonanz. Ganz besonderer Dank an Annabelle (linkes Bild), Kiffe und Eirik Jarl Trondsen (mittleres Bild) sowie an Dr. Bruno Sserunkuuma (rechts Bild) für die großzügige Überlassung ihrer Werke.

 

Kunst ist wie Liebe. Sie ist bedingungslos, radikal und sie lässt sich nicht fesseln. Liebe ist nicht käuflich und nicht verhandelbar. Liebe ist. Oder sie ist nicht. Kunst ist wie Liebe.

Außer der Liebe und mit ihr oft verwechselt gibt es unter Menschen Affären, Liasons, Liebschaften, Verliebtheiten, Obsessionen und vieles mehr dieser Art. Aufregendes, Erregendes, Betörendes, Verführerisches, Berauschendes, Orgiastisches, Unvergessliches, Wunderbares, Vergängliches. Daran geknüpft sind Erwartungen, Hoffnungen, Ängste, Begierden, Spekulationen, Abhängigkeiten, Pläne und Interessen.

Kunst als Liebe verstanden ist ein Geschenk. Geschenke haben keinen Preis.

Dieses Video zur Global Tour ist bereits online (40 Min.):

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Stationen der Global Tour waren: Ein Symposium mit Wissenschaftlern am Goethe Institut San Francisco (2012) // Eine öffentliche Party in Berlin (2013) // Eine internationale Konferenz für Manager in Wien (2013) // Ein Fest an einer Maori Schule in Neuseeland (2014) // Ein normaler Tag an der Central European University in Budapest (2014) // Ein besonderer Tag an der International Academy of Art and Design in Kampala/Uganda (2015). Die letzte Station in Uganda ging noch einen Schritt weiter als die Stationen zuvor: 40 ugandische Künstler schufen, inspiriert durch OUBEYs Kunst ihre eigenen Gemälde beim Live-Painting.

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By Samuel Lutwama

After his sudden death, his longtime partner decided the best way to honor his artistic legacy was to bring his work into the public eye, but in the way that would reflect the mind of artist Oubey himself.

Ever heard the old saying, “Behind every great ma, there is a great woman?”

Such can be said of German Dagmar Woyde- Koehler, the wife of German artist Oubey who died car accident in 2004. Then at 46, he had been preparing his first exhibition after a 12-year period of seclusion from the public eye. After his sudden death, his longtime partner decided the best way to honor his artistic legacy was to bring his work into the public eye, but in the way that would reflect the mind of artist Oubey himself.

“I decided the best way to honor his awesome artwork was to that that would reflect his intended mission of sharing, exploring and discovering the secrets of painting through personal encounters,” Dagmar said. She founded Oubey Mindkiss Project and began exhibiting a number of his painting globally.

In December, she made a seventh stopover of Global Encounter at the experimental exhibition where she showcased Oubey’s paintings at Nagenda International Academy of Art and Design (NIAAD), Kampala.

The workshop was opened by Dr. Kizito Maria Kasule of NIAAD and was attended by over 60 participants composed of various celebrated artists, among whom were Visual Arts Practitioner, Nuwa Wamala Nnyanzi.

The atmosphere at the exhibition was relaxed as intense according to, Annabelle Wanjiku Reeno, a gifted visual artist from Kenya.

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Nicht wissen, nicht planen, nicht vorhersagen – einfach nur neugierig bleiben und sich darauf freuen es geschehen zu lassen – das ist eine der einzigartigen Kraftquellen  des Projektes.

Respekt und Vertrauen in die Prinzipien der Unsicherheit sind der Schlüssel zu Erfahrungen und Entdeckungen mit einer überraschenden und erleuchtenden Qualität.

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